Professor aus Wien will den Tod näher bringen

Schwerpunktabend mit Omega

Der ambulante Hospizdienst Omega leistet seinen Dienst in Ahaus seit 20 Jahren. Das Angebot ist etabliert und angesehen. Doch immer noch werde das Thema Tod verdrängt, sagen die Mitglieder. Das soll sich ändern: Dazu hat Omega einen ganz besonderen Vortragsabend im Fürstensaal aufgelegt – mit hochkarätiger Beteiligung.

AHAUS

, 15.03.2015, 19:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Professor aus Wien will den Tod näher bringen

Gertie Kloster und Claudia Schwanekamp werben für die Omega Hospizgruppe für einen bewussteren Umgang mit dem Sterben. Im Fürstensaal laden sie am Donnerstag zu einem hochkarätigen Vortragsabend ein.

Mit Prof. Dr. Andreas Heller vom Lehrstuhl für Palliative Care an der Universität in Klagenfurt und Wien, Österreich, konnte Omega einen ganz besonderen Redner gewinnen: Prof. Dr. Heller setze sich seit Jahren für eine menschliche Medizin und ein Sterben in Würde ein und verstehe es, den Umgang mit Tod und Sterben kritisch zu beleuchten. „Er ist die Koryphäe auf seinem Gebiet in ganz Europa“, sagt Hermann Nientiedt, ehemaliger Geschäftsführer des Ahauser und Vredener Krankenhauses. Prof. Dr. Heller wolle in seinem Vortrag darum werben, sich frühzeitig mit dem eigenen Tod zu beschäftigen.

Bschäftigung kommt oft zu spät

„Wenn man sich erst in einer Krisensituation damit beschäftigt, ob man selbst oder ein Verwandter am Lebensende eine Begleitung haben wolle, ist es schon zu spät“, sagt Kloster. „Wir brauchen einen Türöffner, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen“, sagt auch Gertie Kloster, Ansprechpartnerin bei Omega in Ahaus. Je früher das geschehe, desto besser.

Es sei aber wichtig, überhaupt erst einmal zu wissen, welche Möglichkeiten es vor Ort gebe und wie die miteinander vernetzt seien. Um diese Informationen einem breiteren Publikum zu vermitteln, hat die Omega-Regionalgruppe Ahaus im Rahmen ihres 20-jährigen Bestehens den Abend organisiert. Denn: „Was Zusammenarbeit und Ehrenamt betrifft, kann Ahaus sich wirklich sehen lassen“, so Nientiedt. Das Angebot müsse bekannter werden.

Konzentration auf den Sterbenden

Kloster betont, dass es bei der Begleitung durch den Hospizdienst Omega ausschließlich um den Sterbenden gehe. „Wir arbeiten ehrenamtlich. Wir rechnen nichts ab. Deswegen können wir uns ganz auf die Bedürfnisse des Sterbenden und der Angehörigen einrichten“, sagt Kloster. „Wir wollen den Leuten vor Augen führen, welches Netz es gibt“, fügt Claudia Schwanekamp, vom Omega-Hospizdienst, hinzu.

Neben Dr. Heller werden daher auch lokale Kooperationspartner von Omega sprechen: Auf dem Podium sitzen an diesem Abend:

  • Dr. Dr. Nikolaus Balbach, Allgemeinmediziner aus Ahaus;
  • Dr. Martin Czorny-Rütten, leitender Arzt für Palliativmedizin im St. Marienkrankenhaus;
  • Ali Nazlier vom St. Marien Pflegezentrum;
  • Irmgar Hewing, Caritasverband Ahaus;
  • Gertie Kloster von Omega;
  • Rainer Mohn, Angehöriger eines begleiteten Patienten;
  • Maria Fischer-Schölling, Omega-Begleiterin.

MLZ-Redakteur Thorsten Ohm moderiert den Abend. 

Der Vortrag mit Prof. Dr. Andreas Heller und die anschließende Diskussion beginnen am Donnerstag, 19. März, um 19.30 Uhr im Fürstensaal.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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