Pünktlich abfahren ins Ungewisse

Ahaus Dunkle Wolkenberge ballen sich Unheil verkündend über Gleis 1 aufeinander. Friedhelm Stadeler blickt skeptisch nach oben. Sein Blick ist nicht minder umwölkt - nicht aus Angst vor dem herauf ziehenden Regen, sondern aus Sorge über seine Heimreise nach Salzburg in Zeiten des Bahnstreiks.

03.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

«Ich habe meinen Urlaub einen Tag eher beendet als geplant», erzählt er und schiebt sein Fahrrad mit dem Gepäck unter das rote Vordach des Service-Punkts. Inzwischen regnet es wie aus Eimern. Sein Zug nach Coesfeld wird erst in mehr als einer halben Stunde einlaufen - aber er wird kommen. Das steht schon jetzt fest. Denn auf der Strecke Dortmund-Enschede, an der Ahaus liegt, verkehrt die Prignitzer Eisenbahn (PEG) - und die streikt nicht.

«Doch was nützt mir das», fragt Stadeler, zieht seine weiße Kappe vom Kopf und streicht sich durchs Haar. Der Großteil seiner Reise gehe über die Strecken der Deutschen Bahn. Ob und wann die Züge dort führen, könne ihm aber momentan niemand sagen. Denn wer versucht, eine telefonische Auskunft zu erhalten, erfahre lediglich, was er schon wisse: Es wird gestreikt.

«Schöner Urlaub»

Bequeme Anschlusszüge, Sitzplatzreservierungen: Der Fahrradtourist aus Salzburg hatte mit sechs Freunden alles fest gebucht - aber für Mittwoch. «Doch das ist mir zu riskant.» Sein Urlaub sei - anders als bei den Mitreisenden - bereits am Donnerstag vorbei. Und wie waren die nun nur vier Tage Urlaub im Westmünsterland? Anders als der Himmel hellt sich Stadelers Mine auf: «Einfach wunderbar. So schön können wir zu Hause nirgends radeln.» sy-

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