Qualmende Tradition hinterlässt Spuren in der Luft

Osterfeuer

Der unverkennbare Brandgeruch lag an den Osterfeiertagen wieder in der Luft. Doch es kitzelte nicht nur in der Nase: Dicker Qualm war in Ahaus und Umgebung auch gut für das Auge sichtbar.

AHAUS

, 07.04.2015 / Lesedauer: 3 min
Qualmende Tradition hinterlässt Spuren in der Luft

So weit das Auge reicht: Am Sonntag wurden zahlreiche Osterfeuer in Ahaus und Umgebung entzündet, wie eine Aufnahme von Max Mensing aus Stadtlohn während eines Segelflugs zeigt. Das Foto entstand gegen 19.30 Uhr in etwa 1700 Meter Höhe. Am unteren Bildrand ist Ahaus zu erkennen. Rechts davon Wessum und am rechten Bildrand Ottenstein.

Es ist jedes Jahr aufs Neue ein Ereignis, an dem Groß und Klein gerne teilnehmen: Die Tradition des Osterfeuers, das aufgrund verschiedener Bräuche entfacht wird, reicht lange zurück und ist so auch immer wieder ein gesellschaftliches Ereignis. Und die Auswahl in der Region war groß: Egal in welche Himmelsrichtung der Blick auch gerichtet wurde - überall stieg Rauch empor.

Zahlreiche Feuer wurden am Sonntag unter anderem in Vreden, Stadtlohn oder Heek entzündet. "Dabei verlief alles friedlich. Es gab keine Einsätze oder gar Beschwerden", sagt Frank Rentmeister, Sprecher der Polizei im Kreis Borken. Auch die Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst des Kreises bestätigt dies.

An Brandgeruch gewöhnt

"An den Brandgeruch, der an Ostern in der Luft hängt, haben sich die meisten Menschen gewöhnt", so Theo Witte, Fachbereichsleiter Sicherung und Ordnung der Stadt Ahaus. Dennoch muss auch die Rauchentwicklung Jahr für Jahr im Blick behalten werden, sodass schon durch Bestimmungen im Vorfeld dieses Thema bei der Anmeldung relevant ist, wie Witte weiter erklärt.

"Es dürfen zum Beispiel nur unbehandeltes Holz, Baum-und Strauchschnitt sowie Pflanzenreste verbrannt werden. Außerdem sollten Mineralöle, Benzin oder gar Brandbeschleuniger nicht verwendet werden." Auch Kontrollen am Tag des Osterfeuers sind möglich.

Rußpartikel in der Luft

Ein anderes Thema findet derweil immer mehr Beachtung: "Viele Städte und Gemeinden sorgen sich um den Feinstaub. Daher ist die Zahl der Ostefeuer in den vergangenen Jahren auch zurückgegangen", sagt Martin Ohlms, Abteilungsleiter Immissionsschutz des Kreises.

Er erklärt weiter: "Durch den Brand entstehen Rußpartikel, die in die Luft gelangen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat kurz vor Ostern noch auf die Feinstaubwerte verwiesen, die durch Osterfeuer steigen können."

Keine auffälligen Werte

Zwar würden durch einzelne Feuer die Grenzwerte nicht überschritten, ein Anstieg zur Osterzeit sei allerdings schon bemerkbar. "Die Werte rund um Ahaus, gemessen an der Station Borken-Gemen vom Landesumweltamt, sind allerdings nicht auffällig.

In Ballungsregionen sind die Osterfeuer deutlicher nachzuvollziehen", so Ohlms. Es sei entscheidend, wie dicht einzelne Feuer beieinanderliegen. Dies führe auch dazu, dass die Belastung in Städten höhrer sei, als auf dem Land. So wurde zum Beispiel in Münster zwischenzeitlich der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten.

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