Raiffeisen Coesfeld-Ahaus bündelt ihre Kräfte

Zusammenschluss vereinbart

Die Raiffeisen Coesfeld-Ahaus eG schließt sich rückwirkend zum 1. April 2016 mit der benachbarten Raiffeisen Laer-Horstmar-Eggerode eG zusammen. Das neue Gesamtunternehmen firmiert als "Raiffeisen Coesfeld-Ahaus" mit Sitz in Ahaus. 771 Mitglieder werden ihm angehören.

AHAUS/LEGDEN

01.06.2016, 14:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Raiffeisen Coesfeld-Ahaus bündelt ihre Kräfte

Im Beisein seiner Kollegen in Vorstand und Aufsichtsrat unterschrieb Berthold Kreikenberg als einer der ersten den Verschmelzungsvertrag. foto Raiffeisen

"Auf gute Zusammenarbeit", sagte Aufsichtsratsvorsitzender und Versammlungsleiter Berthold Kreikenberg auch im Namen des Vorstandsvorsitzenden Heiner Temming nach der offenen Abstimmung in der beschlussfassenden Generalversammlung am Montagabend in der Hermannshöhe in Legden.

Zuvor hatte der vorgelegte Verschmelzungsvertrag bei der Abstimmung die überwältigende Zustimmung der Mitglieder gefunden. Gegenstimmen gab es keine. Die Mitglieder der Raiffeisen Laer-Horstmar-Eggerode hatten sich bereits vor Wochenfrist ebenfalls sehr deutlich für die Fusion ausgesprochen.

Operatives Geschäft ausgelagert

Nach einem weiteren Beschluss der Mitgliederversammlung wird in einem zweiten Schritt mit Wirkung zum 1. Januar 2017 das operatives Geschäft der Raiffeisen Coesfeld-Ahaus zusammen mit der Agravis Raiffeisen AG als weiterem Gesellschafter in die neu zu gründende Raiffeisen Münsterland-West GmbH ausgelagert.

Die Raiffeisen Coesfeld-Ahaus trägt 75,3 Prozent der Anteile, auf die Agravis entfallen 24,7 Prozent. Die neue GmbH wird 71 Millionen Euro Gesamtumsatz haben. Die bestehenden Immobilien an den zehn Standorten bleiben im Eigentum beider Genossenschaften.

Gemeinsame Führung

"Die Raiffeisen Coesfeld-Ahaus hat weiter den Hut auf", betonte Agravis-Vorstand Johannes Schulte-Althoff. "Wir wollen das gemeinsame Geschäft mit den Landwirten machen", nannte er als Ziel der Raiffeisen Münsterland-West GmbH.

"Die handelnden Personen werden sich vor Ort sich bis auf eine Ausnahme nicht ändern", erläuterte Geschäftsführer Rainer Brunn. Bereits heute werde zwischen den Beschäftigten personelle Unterstützung gelebt. Zudem besteht seit dem Jahr 2010 in Person von Rainer Brunn eine gemeinsame Geschäftsführung.

Mit Belangen vereinbar

Die Verschmelzung hat die Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit sowie den langfristigen Erhalt der Genossenschaft zum Ziel. Sie ist mit den Belangen der Mitglieder und Gläubiger beider Genossenschaften vereinbar, hieß es bei der Vorlage des Verschmelzungsgutachtens, das vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV), Münster erstellt und von Wirtschaftsprüfer Christian Buschfort verlesen wurde.

Als positive Effekte werden eine bessere Marktbearbeitung, intensivere Kundenbetreuung und die Erschließung von vorhandenen Synergieeffekten erwartet, verdeutlichte Vorstandsvorsitzender Heiner Temming. Die wirtschaftlichen Verhältnisse beider Genossenschaften sind geordnet. Die bisherigen Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten bleiben bestehen.

Vorstandswahlen

In den Vorstand gewählt wurden Klaus Effsing (Wüllen) und Heinz Blömer (Horstmar). In den Aufsichtsrat gewählt wurden Eduard Söbbing (Graes), Martin Rulle (Heek), Martin Rottmann (Altenberge) und Matthias Schulze Pröbsting (Laer). Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

Geprägt war das Geschäftsjahr 2015 vom Preisverfall an den Rohstoffmärkten. Das hatte Auswirkungen auf den Gesamtumsatz, der sich auf 46,1 Millionen Euro belief. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 3,5 Prozent, erläuterte Geschäftsführer Rainer Brunn. In der umgeschlagenen Menge habe man dagegen zulegen können. Durch Beschluss der Generalversammlung geht der Gewinn als Stärkung in die Rücklagen. Zusätzlich wird eine Dividende in Höhe sechs Prozent an die 421 Mitglieder ausgeschüttet.

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