Auf der Bühne zeigte Ranga Yogeshwar (r) die Bilder von sich (l) und Emil (m). © Raphael Kampshoff
Pushcon in Ahaus

Ranga Yogeshwar schaut in Ahaus auf die Welt seines Enkels Emil

Der 2020 geborene Enkel Emil von Ranga Yogeshwar wird statistisch gesehen das nächste Jahrhundert erleben. Grund genug für den Wissenschaftsjournalisten einmal weit in die Zukunft zu blicken.

Wie verändern Innovationen unsere Gesellschaft? Diese Frage wollte Ranga Yogeshwar am Samstagnachmittag im Atrium der Tobit.Labs beleuchten. Gut 20 Minuten vor dem Vortrag begann das Gewusel um die begehrten Plätze. Am Ende sollten rund 450 Teilnehmer den Worten des Wissenschaftsjournalisten folgen. Allerdings nicht nur passiv: Per Smartphone konnten sie an Umfragen teilnehmen, die auf dem Display angezeigt wurden.

Und ungefähr die Hälfte der Besucher machten dabei auch mit. Auf die Frage wer schon geimpft und wer noch ungeimpft ist, gaben 197 Personen an schon einen vollständigen Impfschutz zu haben, lediglich drei Teilnehmer waren noch nicht geimpft.

Wandel durch Corona

Dann ging es um den Wandel in der Gesellschaft durch Corona. 192 Teilnehmer glauben, dass die Veränderung auch nach der Pandemie weiter geht, während 46 glaubten das nur wenige Veränderungen bleiben werden und zwei annehmen, dass alles wieder so wird wie vor der Pandemie.

Für Ranga Yogeshwar war es die erste größere Veranstaltung, die er wieder vor Menschen halten konnte, ohne dass sie Masken tragen mussten. 2018 war er schon einmal in Ahaus bei der Pushcon. „Hätte ich da gesagt, dass so etwas wie Maskenpflicht und Lockdown kommen würden, hätte man mich vermutlich für bekloppt gehalten“, sagte er.

Überraschung über Zwillingsgeburt

Der 1959 in Luxemburg geborene Yogeshwar erwartet 2022 sein drittes Enkelkind, eine Enkeltochter. Das könne man heute natürlich weit vor der Geburt sicher sagen. Als er geboren wurde, seien seine Eltern noch völlig überrascht gewesen: Yogeshwar wurde mit einem Zwillingsbruder geboren. Die Ärzte hätten seinen Eltern lediglich gesagt, dass sie wohl ein sehr schweres Kind bekommen würden.

Vermutlich könne man schon bald noch vor der Geburt untersuchen, wie alt ein Mensch werde. Die Frage ans Publikum, ob die Zuhörer ihr Todesjahr wissen wollen würden, beantworteten 76% mit nein.

Ranga Yogeshwar hat selbst schonmal am Steuer eines autonomen Fahrzeugs gesessen. Serienreif sei die Technik aber noch lange nicht.
Ranga Yogeshwar hat selbst schonmal am Steuer eines autonomen Fahrzeugs gesessen. Serienreif sei die Technik aber noch lange nicht. © Raphael Kampshoff © Raphael Kampshoff

Weiter ging es mit autonomem Fahren. Ranga Yogeshwar glaubte nicht, dass das so bald möglich sein werde. Da neben der Technik, die noch immer nicht zu hundert Prozent sicher ist, auch viele ethisch-moralische Fragen noch nicht geklärt wären. So müssen die Systeme darüber entscheiden, wer bei einem unausweichlichen Umfall sterben müsse.

Bei den Fragen dazu im Publikum gab es eindeutige Tendenzen, so gaben bei der Frage, ob Kind oder älterer Mensch 59 das Kind an, 159 hätten das Auto aber auf den älteren Menschen zufahren lassen. Bei der Frage, ob die Insassen oder Fußgänger sterben müssten, waren 156 für die Insassen und 60 für die Fußgänger. Ganz eindeutig war es bei der Frage, ob ein Fußgänger, der über grün geht oder einer der über eine rote Ampel geht. Für grün stimmten nur 23, 192 waren es bei rot. Die gleiche Frage aber mit dem Unterschied das bei grün nur einer stirbt aber bei rot zwei, beantworteten 82 mit grün und 130 mit rot.

Klimawandel wird Herausforderung

Schließlich drehte es sich noch um den Klimawandel: Auch das Publikum sah darin die größte Herausforderung für die Zukunft. 127 Personen glaubten, dass nur schärfere Gesetze für mehr Nachhaltigkeit sorgen, während 81 Zuhörer das eigene Verhalten als wichtigsten Baustein sahen. Fazit: Nur eine Veränderung der Kultur könne für einen Wandel sorgen.

Nach dem Vortrag beantwortete Ranga Yogeshwar noch Fragen der Zuhörer.
Nach dem Vortrag beantwortete Ranga Yogeshwar noch Fragen der Zuhörer. © Raphael Kampshoff © Raphael Kampshoff

Auch 152 Teilnehmer sahen dies so, während 64 glaubten das es technische Lösungen sind. Für seine Enkel glaubt Ranga Yogeshwar an eine Zukunft mit unglaublich vielen gesellschaftlichen Umbrüchen. Aber diese Umbrüche müssen bewältigt werden: „Wenn wir das nicht schaffen, wird uns die Generation unserer Enkel die Nase lang ziehen“, war sein Schlusssatz.

Mit großem Applaus wurde er verabschiedet – stellte sich dann aber noch vielen Fragen der Zuhörer.

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