Rangelei auf der Straße mit Sozialstunden geahndet

19-Jähriger Stadtlohner

Teils widersprüchliche Angaben des 19-jährigen Angeklagten aus Stadtlohn und der vier Zeugen vor dem Amtsgericht Ahaus sowie Erinnerungslücken führten zur Abänderung der Anklage und zu einem relativ milden Urteil nach dem Jugendstrafrecht. Der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung wurde mit Sozialstunden und weiteren Auflagen geahndet.

AHAUS/STADTLOHN

, 17.11.2016 / Lesedauer: 2 min

In der Nacht des 20. Februar 2016 soll der Angeklagte einen 20-jährigen Ahauser auf der Wüllener Straße in Ahaus zwei Mal mit Faustschlägen verletzt haben. Die Anklageschrift lautete deshalb auf zweifache gefährliche Körperverletzung.

Als Beifahrer fuhr der Angeklagte im Auto eines Freundes an dem alkoholisierten Geschädigten und seinen zwei Freunden vorbei. Das Opfer habe anfangs auf der Straße gestanden. Der Fahrer des Wagens habe abgebremst, um langsam den Mann zu umfahren. Als der Fahrer weiterfahren wollte, habe der Mann auf der Straße Beschimpfungen wie "Hurensohn" und ähnliches hinter dem Auto hergerufen.

Vage Zeugenaussagen

Der Fahrer, der dies auch als Zeuge aussagte, habe gestoppt. Sein Beifahrer sei ausgestiegen und habe sich an den alkoholisierten Mann gewandt, um zu klären, wo sein Problem liege. Daraufhin seien sich wohl beide an den Kragen gegangen. Während der Angeklagte von einer anschließenden Ohrfeige sprach, die er dem Geschädigten verpasst habe, sprachen die Zeugen von einem oder mehreren Faustschlägen. Der Geschädigte konnte sich nur an einen Faustschlag erinnern. Der Fahrer habe die beiden getrennt und seinen Beifahrer mit zum Auto genommen. Daraufhin sei der Beifahrer noch einmal zurückgegangen und habe sich mit dem alkoholisierten Geschädigten weiter angelegt.

Als die Polizei eintraf, habe der Geschädigte auf dem Bürgersteig am Boden gelegen. Danach sei er ins Krankenhaus gebracht worden, um seine Prellungen im Gesicht ambulant zu versorgen.

Folge des Alkoholkonsums

Der Richter wertete das nach den Zeugenaussagen als Folge des Alkoholkonsums und nicht als Folge der körperlichen Attacke des Angeklagten. Das Gericht berücksichtigte im Urteil das provozierende Fehlverhalten des Geschädigten. Aufgrund eines früheren Verfahrens und der knappen finanziellen Mittel des Auszubildenden legte es dem Angeklagten 50 Sozialstunden auf, dazu die Teilnahme an einem Anti-Aggressionstraining und die sechsmonatige Betreuung durch die Jugendgerichtshilfe.

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