Rat entscheidet: Baum wird gefällt

Entlastungsstraße Stadtwall

Der Weg für den Stadtwall ist frei, der markante Baum wird dafür fallen, das Trafohäuschen wird versetzt, das Grab der Familie Oldenkott bleibt unangetastet. Wie schnell dort gefahren werden darf, ist aber noch offen. Um die Planung für die Entlastungsstraße parallel zur Wallstraße entbrannte am Dienstagabend im Rat noch einmal eine hitzige Diskussion.

AHAUS

, 28.09.2016, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Basta-Mentalität warf der Grünen-Politiker Dietmar Eisele der CDU-Fraktion vor. Die CDU hielt dagegen, dass der Stadtwall eine Entlastung für die Wallstraße bringen soll und entsprechend gestaltet werden müsse. Klaus Lambers (SPD) zeigte sich von den Christdemokraten enttäuscht, ein Kompromissvorschlag von Hermann-Josef Haveloh (WGW) verfing nicht.

Alle Fraktionen sprachen sich eindeutig für die Straße aus. SPD, Grüne und UWG wollten jedoch den betroffenen Baum unbedingt erhalten. „Wir stehen zu dem Grundsatzentscheid, wollen den Baum aber erhalten“, so Hubert Kersting (UWG). Renate Schulte ergänzte, dass zuletzt viel Grün in der Stadt verschwunden sei und man mehr auf den Bürgerwillen hören müsse. „Die Diskussion um die Straße und ihren Verlauf ist vier oder fünf Jahre alt“, erklärte Thomas Vortkamp, CDU-Fraktionsvorsitzender. Eine Umplanung der Trasse, um den Baum zu erhalten, sei nicht nur unnötig kostspielig, sondern auch einfach nicht möglich. Für die vorgesehene Trasse gebe es keine Alternative, wenn der Stadtwall als Entlastungsstraße so wie vor Jahren vorgesehen, gebaut werden solle. „Mit diesem Auftrag hat die Verwaltung die Straße geplant“, erklärte er. Die Schwierigkeiten seien bekannt gewesen.

Kompromiss verfängt nicht

Hermann-Josef Haveloh (WGW) versuchte es nach einiger Zeit mit einem Kompromiss: Der Rat solle der Planung zustimmen, die Verwaltung aber beauftragen, nach Alternativen zu suchen. „Wenn wir einen Dreh finden würden, um den Baum und das Trafohaus stehen zu lassen, könnten wir sogar Kosten sparen“, schlug er vor. Eine Idee, der sich SPD, UWG und Grüne angeschlossen hätten. Doch Thomas Vortkamp beharrte darauf, nach Vorlage abzustimmen und schloss damit alternative Ideen für seine Fraktion aus.

Zustimmung aber Enttäuschung

„Wir werden zustimmen, weil wir das Projekt wollen“, sagte schließlich Klaus Lambers (SPD). Er sei jedoch enttäuscht von der Haltung der CDU. Auch sei nicht über Alternativen zur Streckenführung nachgedacht worden. Das wiederum ließ Beigeordneter Georg Beckmann so nicht stehen: Natürlich sei über Alternativen nachgedacht worden. „Aber eine Entlastungsstraße braucht eben eine gewisse Breite und die Gegend dort strotzt nicht gerade vor verfügbaren Flächen“, fasste Georg Beckmann zusammen. Auch ein Fachbüro habe die Planungen so bestätigt. Reinhard Horst (FDP) sprang ihm bei: Man müsse die Fachleute entscheiden lassen.

Am Ende stimmten 27 Ratsmitglieder inklusive Bürgermeisterin Karola Voß für die Planung. Sieben Ratsmitglieder von Grünen und UWG stimmten gegen die Planung. 

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