Rat stimmt für neues Sozialkaufhaus

"Fairwert-Bar"

Junge Flüchtlinge in Arbeit und Alltag integrieren und gleichzeitig einkommensschwache Familien unterstützen: Das Konzept "Fairwert-Bar" des Berufsorientierungszentrums der Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS) hat den Zuschlag erhalten für die Einrichtung eines Sozialkaufhauses im künftigen "Haus der Integration", dem jetzigen Bischof-Tenhumberg-Haus an der Hindenburgallee.

AHAUS

, 09.06.2016, 18:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rat stimmt für neues Sozialkaufhaus

Der Nutzungswechsel des Bischof-Tenhumberg-Hauses steht kurz bevor.

"Soziallädchen - Fairwert-Bar im Haus der Integration" heißt das Konzept, das nach dem Sozialausschuss auch im Rat ein einhelliges Votum der Politik für die Umsetzung erhielt. Bei vier Enthaltungen: Wolfgang Klein (FDP), Hermann-Josef Haveloh und Norbert Frankemölle (beide WGW) und Andreas Beckers (UWG) stimmten nicht mit.

Im Haushalt waren für den Posten "Soziallädchen" bis dato 10000 Euro als "Platzhalter" eingeplant gewesen - mit Sperrvermerk. Das nun verabschiedete Konzept wird fast das Zehnfache jährlich kosten: 96200 Euro, "zuzüglich einmaliger Ersteinrichtungskosten", wie es in der Beschlussvorlage hieß. Der Ausschuss für Soziales und Arbeit, Familien und Senioren hatte bereits grünes Licht dafür gegeben, wegen des Sperrvermerks war aber auch die Zustimmung des Rates der Stadt gefordert.

Anfängliche Skepsis

Mathilde Fischer (SPD) erklärte für ihre Fraktion, sie habe sich nach anfänglicher Skepsis wegen der Personalkosten überzeugen lassen, "dass es sich dabei eigentlich um Integrationskosten handelt." Vor diesem Hintergrund stimme ihre Fraktion für das Projekt. "Wir halten das Ganze für gelungen."

Für die Ersteinrichtungskosten gab es auch im Rat keine Zahlen. Laut Beschlussvorschlag sind sie indes "mit der Verwaltung abzustimmen." Die Verwaltung werde im Fachausschuss über die Kosten referieren, hieß es dort.

Mehr Geld bereitgestellt

Zusätzlich zu den 10000 Euro, für die der Rat den Sperrvermerk nun aufhob, werden 30000 Euro für das Jahr 2016 über Plan bereitgestellt. Diese Summe werde durch "Minderaufwendungen im Bereichsbudget" gedeckt, hieß es in der Verwaltungsvorlage. Wo diese Einsparungen im Einzelnen erzielt werden, konnte Stadtpressesprecher Stefan Hilbring am Donnerstag auf Anfrage nicht sagen. "Das ergibt sich im Jahresverlauf."

Das Soziallädchen soll laut Bürgermeisterin Karola Voß am 1. August seine Türen öffnen. Das BBS-Konzept sieht vor, dass junge Flüchtlinge bis 25 Jahre dort die Möglichkeit erhalten, zu arbeiten - alle drei Monate jeweils neun. Ziel laut Konzept: "Einüben einer arbeitsmarktorientierten Tagesstruktur."

"In Mitnahmegröße"

Zunächst werden dort "Waren in Mitnahmegröße" angeboten. "Beim Zustandekommen angestrebter Kooperationen könnten virtuell auch größere Gegenstände angeboten werden", heißt es im Konzept. Felix Ruwe (UWG) erinnerte vor der Abstimmung an den Anspruch von Politik und Verwaltung einer Vernetzung der Hilfsangebote. Er drängte darauf, "dass sich da verschiedene Gruppen zusammenschließen". Verwaltungsleiter Christoph Almering gab ihm Recht. Es habe dazu bereits Gespräche gegeben zwischen einzelnen Akteuren, erklärte er. "Wir als Stadt wollen auch darauf hinwirken, dass die Akteure darüber nachdenken, wie man Synergien erzielen kann. Da sind wir auf einem recht guten Weg."

Auch in Sachen FEFA-Antrag (Forum Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Ahaus) auf finanzielle Unterstützung für das Sachspendenlager folgte der Rat dem Beschlussvorschlag des Sozialausschusses: Der Antrag wird zunächst zurückgestellt.

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