Rauschendes Willkommen für neues Mühlenrad

Denkmalschutz

ASBECK Auch wenn Teile des neuen Eisenrads bereits auf der Achse hängen: Die Mühle klappert immer noch nicht. Dafür rauscht der Asbecker Mühlenbach um so mehr – zumindest nachdem Bernd Eissing, Eigentümer des Gebäudes mitten im historischen Dorfkern, das Stauwehr gezogen hat.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 05.11.2009, 14:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis Donnerstagmorgen: „Wir können nicht warten“, sagt Eismann und zeigt auf das zu diesem Zeitpunkt noch träge in seinem Bett liegende Wasser: Der besorgte Blick des Asbeckers, der die seit Generationen im Familienbesitz befindliche Mühle in diesem Frühjahr für weitere 40 Jahre der Gemeinde Legden verpachtet hat, gilt aber nicht den träge hin- und herschaukelnden gelben Blättern auf der Oberfläche, sondern dem Ufer: Von der Böschung ist an diesem Morgen viel weniger zu sehen als sonst. Wenn das Stauwehr nicht bald geöffnet würde, könnte es Probleme geben für die Anwohner des unteren Bachlaufs. Zu viel Wasser, das sich mit einem Mal den Lauf hinab wälzt, bedeutet nasse Keller.

„Klar!“ Friedrich Kemper willigt ein, stellt seine Werkzeugtasche zur Seite und schaut zu, wie der andere Mann sich bückt und den unter einer Abdeckung auf der Staumauer befindlichen Mechanismus betätigt: Fast geräuschlos öffnet sich das Wehr – und dann wird es richtig laut: ein Rauschen, wie es sonst nur selten in Asbeck zu hören ist. Eigentlich führe der Mühlenbach in der Regel zu wenig Wasser, berichtet Maria Pier-Bohne, die Vorsitzende des Asbecker Heimatvereins, der sich um die historische Bausubstanz im Ort kümmert. Das sei ja auch der Grund, warum das hölzerne Mühlrad nach gerade einmal zehn Jahren auf gewesen sei.

„Mal ganz nass, dann wieder lange Phasen der Trockenheit“, das halte das beste Eichenholz nicht aus. Davon konnte der Verein auch die obere Denkmalschutzbehörde in Münster überzeugen, die schließlich dem Einbau eines vom historischen Original abweichenden Stahlrads zustimmte. Immerhin: Die Schütten sind aus Holz. Die will Friedrich Kemper am Freitag montieren – vorausgesetzt, das Wasser schwellt nicht wieder an. 

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