Schlägerei an Tiefgarage Königstraße endet mit massiven Verletzungen und Gerichtsurteil

rnAmtsgericht Ahaus

Nase gebrochen, Trommelfell beschädigt, Zahn abgebrochen – das sind die Folgen einer Schlägerei an einer Tiefgarage in Ahaus. Wer wen wie geschlagen hat, musste jetzt das Gericht klären.

Vreden

, 07.07.2019 / Lesedauer: 3 min

So schnell sieht man sich wieder.“ Wenn der Richter die Angeklagten mit diesen Worten begrüßt, ist das selten ein gutes Zeichen. In diesem Fall jedoch endete das Verfahren wegen Körperverletzung für einen 24-jährigen Ahauser mit einem Freispruch, für einen 23-Jährigen mit einer Geldstrafe.

In der Nacht Mitte April 2018 war viel Alkohol im Spiel, das steht fest. Die beiden Angeklagten hatten sich mit Freunden in der Tiefgarage an der Königstraße in Ahaus zum Trinken getroffen, als das spätere Opfer an das geschlossene Tor klopfte. „Er hat uns direkt beleidigt. Wir dachten, das wäre ein Kollege von uns, weil wir uns öfter so anreden“, erklärte der 23-Jährige, warum die Gruppe das Tor öffnete.

Opfer wollte an der Tiefgarage Königstraße Zivilcourage beweisen

Das 34-jährige Opfer stellte das ganz anders dar: „Ich habe Frauenstimmen und Schreie gehört. Ich wollte Zivilcourage zeigen und war neugierig, was da los ist.“ Deswegen habe er an das Tor geklopft. Die beiden Angeklagten seien plötzlich aus dem Dunkeln von hinten gekommen und hätten direkt auf ihn eingeschlagen. „Ich wusste gar nicht, was los ist. Der eine hat immer wieder zugeschlagen, ich konnte mich überhaupt nicht wehren.“

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Der 23-jährige Angeklagte jedoch sagte aus, der 34-Jährige sei immer wieder aggressiv auf ihn zugekommen. „Der wollte kämpfen. Ich habe versucht, ihn zu beruhigen, und habe ihm drei, vier Ohrfeigen verpasst“, erzählte er. „Von Ohrfeigen kommen nicht solche Verletzungen“, entgegnete der Richter.

Massive Verletzungen waren die Folge

Im Arztbericht ist von einem dreifachen Nasenbeinbruch, einem Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades, einem abgebrochenen Zahn und einer Trommelfell-Perforation die Rede. Diese massiven Verletzungen sind auch der Grund, warum sich der Staatsanwalt weigerte, das Verfahren einzustellen.

Dabei äußerte auch er erhebliche Zweifel an der Version des Opfers von einem Überfall aus dem Hinterhalt. Aber: „Er war eindeutig der Unterlegene in dieser Situation“, so der Staatsanwalt. Der 34-Jährige habe über einen längeren Zeitraum um Hilfe gerufen. Davon wurde eine Polizist, der in der Nähe wohnt, wach. Er hat die Schlägerei schließlich durch Rufe aus dem Fenster beendet.

Opfer streitet ab, selber zugeschlagen zu haben

Doch auch der Angeklagte hatte nach dem Vorfall eine große Wunde im Gesicht. Das Opfer allerdings versicherte mehrfach: „Ich habe nicht zugeschlagen.“ Davon konnte er niemanden im Gerichtssaal überzeugen.

Der 24-jährige Angeklagte wurde am Ende freigesprochen, weil ihm keine Beteiligung an der Schlägerei nachgewiesen werden konnte. Der 23-Jährige muss eine Geldstrafe zahlen, 60 Tagessätze zu je 40 Euro.

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