Schritt für Schritt zum Ziel

Zweite Schlossbrücke in der Diskussion

Über 25 Jahre träumt der Ahaus e.V., der frühere Verkehrsverein, schon von einer festen Brücke vom Schloss in den Schlossgarten. „Vielleicht waren wir nie näher dran als heute“, sagte Vereinsvorsitzender Wolfgang Niehues am Dienstagabend mit Blick auf die hölzerne Notbrücke, die unter anderem beim Musiksommer als zusätzlicher Fluchtweg genutzt wird.

AHAUS

06.09.2017, 18:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beigeordneter Werner Leuker voran, Mitglieder von Ahaus e.V. und Bürgermeisterin Karola Voß dahinter: Der Verein für Tourismus und Wirtschaft möchte, dass die hölzerne Behelfsbrücke am Schloss einem dauerhaften Exemplar weicht.

Beigeordneter Werner Leuker voran, Mitglieder von Ahaus e.V. und Bürgermeisterin Karola Voß dahinter: Der Verein für Tourismus und Wirtschaft möchte, dass die hölzerne Behelfsbrücke am Schloss einem dauerhaften Exemplar weicht.

Das wäre ein passendes Geburtstagsgeschenk. Schließlich feiert der Verein für Tourismus und Wirtschaft in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.

Bürgermeisterin Karola Voß berichtete vor der Geburtstagsfeier im Schlosshotel dem erweiterten Vorstand vom Stand der städtischen Bemühungen. Der Brückenbau sei aus verschiedensten Gründen bislang nicht umgesetzt worden, erklärte die Verwaltungschefin. „Die Denkmalbehörde sagt bislang, dass es in der Vergangenheit keine feste Brücke gab und eine solche auch für die Zukunft nicht gesehen wird. Aber tatsächlich ändert sich dort aktuell durchaus die Meinung.“ Einen Großteil trage dazu der Ahauser Eberhard Berg bei, Geschäftsführer der Schloss Raesfeld GmbH – Zentrum für Denkmalpflege. Berg hatte vor einigen Monaten vor Mitgliedern des Tourismusausschusses über die „Erlebbarmachung des Barockschlosses“ referiert.

Eberhard Berg stellte seinerzeit seine Konzeptstudie zum Barockschloss Ahaus sowie Ideen zu einem möglichen Bau einer Schlossbrücke vor. „Die Arbeit von Eberhard Berg wirkt bei der Denkmalbehörde positiv“, berichtete Karola Voß am Dienstag den Vorstandsmitgliedern. Das Schloss mit seiner Umgebung sei ein grundsätzliches Thema, erklärte die Bürgermeisterin. „Klar ist, das Schloss gehört dem Kreis Borken, die Umgebung gehört der Stadt.“ Verknüpfungen müssten gut abgesprochen werden.

Bedenkenträger

Mit Blick auf die Brücke sagte Voß: „Das ist keine einfache und keine günstige Aufgabe.“ Zahlen nannte sie nicht. Gleichwohl dürfe die Stadt nicht warten, bis irgendwann das „große Ganze“ komme. Gemeint war neben dem Brückenbau eine mögliche Umgestaltung des Schlossgartens. Allerdings gebe es neben Befürwortern auch Bedenkenträger. Zum „Brückenschlag“ sagte Voß mit Verweis auf den städtischen Haushalt und den Rat als Entscheidungsträger: „Ich möchte nichts versprechen, was ich nicht halten kann.“ Über einen Brückenbau sei bislang nur rathausintern gesprochen worden. Voß: „Wir möchten niemandem auf die Füße treten.“ Ehrenvorstand Rudi Mensing beruhigte die Bürgermeisterin: „Keine Bange. Wir waren politisch schon unterwegs.“

Man dürfe sich nicht in der Diskussion verlieren, ob es an der Gartenfront eine Brücke gegeben habe oder nicht, sagte Wolfgang Niehues. Laut Eberhard Berg habe es früher eine auf- und abbaubare Konstruktion gegeben. „Nicht starr und fest.“

Pontonbrücke

Niehues legte die Position der Denkmalschutzbehörde dar: „Die Experten haben uns gesagt, dass wir nicht versuchen sollen, etwas aufzubauen, das zum Gebäude passen soll.“ Das werde nicht gelingen. „Das waren andere Zeiten und Bautechniken.“ Allerdings könne durchaus der Gedanke einer Pontonbrücke aufgenommen werden. Bis dieser Gedanke real wird, vergeht jedoch noch ein wenig Zeit. Wolfgang Niehues fasste die Gemütslage des Ahaus e.V.-Vorstandes in Worte: „Wir haben 25 Jahre Geduld gehabt. Aber ich glaube nicht, dass wir noch mal 25 Jahre Geduld haben.“

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