Schützenfeste in Wessum, Graes und bei Feldmark 05 abgesagt

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Nun ist es besiegelt: Die Schützenfeste in Graes, Wessum und bei Feldmark 05 in Ahaus wurden abgesagt. In Ottenstein bleibt ein kleine Fragezeichen. Über Nachholtermine wird diskutiert.

Ahaus

, 17.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Was lange befürchtet wurde, ist nun eingetreten. Mit der Verordnung des Landes NRW ist klar: In diesem Sommer wird in Ahaus und Ortsteilen kein Schützenfest gefeiert. Auf der Homepage der Wessumer Bürgerschützen läuft zwar weiterhin der Countdown - am Freitag waren es noch 92 Tage - allerdings wurden auch hier die Mitglieder über die sozialen Medien informiert, dass die geplanten Feierlichkeiten der Corona-Pandemie zum Opfer fallen.

Wie den Wessumern ergeht es auch dem Verein Feldmark 05 Ahaus und dem Allgemeinen Schützenverein Graes. Überraschend kam die Absage für keinen mehr. „Nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen konnte man damit rechnen. Wir hatten auch in diese Richtung alle Vorbereitungen getroffen“, erklärt Uwe Fellrath, Vorsitzender von Feldmark 05.

Intern schon viele Gespräche geführt

Sein Wessumer Pendant, Thomas Vöcker, stimmt zu: „Das haben wir so erwartet. Intern hatten wir auch schon viele Gespräche geführt und überlegt, wie wir im Fall der Fälle weiter vorgehen.“ Für Martin Tillmann, Vorsitzender der Graeser Schützen, ist es besonders bitter: „Ich bin erst seit einem Jahr im Amt und muss nun direkt eine Absage verkünden. Als Schützenfest-Begeisterter tut es mir persönlich weh, weil ich weiß, wie sehr viele Graeser daran hängen.“

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Seit Mittwoch glühen die Drähte. Denn die Vorbereitungen, die seit mindestens einem Jahr laufen, müssen komplett auf Eis gelegt werden. Auch über die bestehenden Verträge mit Bands, Musikkapellen, Festwirten und Zeltverleihern muss geredet werden. „Oft vergisst man, was es für ein Schützenfest alles braucht. Das fängt beim Toilettenwagen an und hört bei der Schießgenehmigung auf“, sagt Uwe Fellrath.

Keine hohen Kosten befürchtet

Zumindest für seinen Verein sei aber nicht zu befürchten, dass man nun auf großen Kosten sitzen bleibe: „Ich bin kein Jurist, aber so weit ich weiß, fällt eine Corona-Pandemie unter höhere Gewalt. Von daher müssen wir wohl keine Regressansprüche fürchten.“ Durch die NRW-Verordnung begehe man schließlich keinen Vertragsbruch. „Mit dem Erlass ist uns schlicht die Möglichkeit genommen worden, ein Schützenfest zu feiern. Egal, ob wir gewollt hätten oder nicht.“

Thomas Vöcker bedauert die Absage. Ob das Schützenfest 2021 in Wessum nachgeholt wird, ist unklar.

Thomas Vöcker bedauert die Absage. Ob das Schützenfest 2021 in Wessum nachgeholt wird, ist unklar. © Archiv

In Graes sei genau das der Grund gewesen, warum man sich bisher mit einer Entscheidung zurückgehalten hatte. „Alleine aus Regressgründen haben wir abgewartet, um den Schaden vom Verein fernzuhalten“, sagt Martin Tillmann. Nun führe man Gespräche mit allen Beteiligten, um möglichst einvernehmliche Lösungen zu finden. „Man muss ja auch bedenken, dass viele aus der Event-Branche mit dem Rücken zur Wand stehen. Deshalb sollten sich alle Seiten möglichst kooperativ verhalten. Wir wollen ja auch in Zukunft wieder miteinander arbeiten.“

Enger Austausch mit dem Festwirt

Ähnlich sieht man es in Wessum, wo man vor allem mit Festwirt Faulus Demir in engem Austausch steht. „Wir suchen gemeinsam mit anderen Vereinen nach einer Lösung, damit er nicht alleine auf den Kosten für die Zelte hängen bleibt“, sagt Thomas Vöcker. Hier sei noch nicht endgültig geklärt, ob ein Vertrag trotz Corona weiter gültig bleibt.

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Auch in Ottenstein soll(te) in diesem Jahr Schützenfest gefeiert werden. Trotz der Ansage vom vergangenen Mittwoch, wurden hier die Mitglieder aber noch nicht über eine Absage informiert. Christian Gosling, Vorsitzender des Bürgerschützenvereins St. Georg Ottenstein, erklärt: „Wir warten auf die schriftliche Verordnung der Landesregierung. Erst dann haben wir auch eine rechtliche Handhabe gegenüber unseren Partnern.“ Allerdings ist auch für ihn klar: „Alle Zeichen stehen auf Absage.“

Unterschiedliche Pläne für das nächste Jahr

Einige sind sich alle Vereine, dass die Vorfreude auf das nächste Schützenfest - egal ob 2021 oder 2022 - durch die Corona-Pandemie noch einmal einen besonderen Schub erhält. „Der Schmacht nach einem großen Fest wird sicher nicht kleiner“, fasst es Thomas Vöcker zusammen.

Unterschiede gibt es allerdings in den Planungen für die Post-Corona-Zeit. Während es in Wessum und Ahaus zumindest zur Diskussion steht, im Jahr 2021 ein Schützenfest nachzuholen, ist das in Ottenstein keine Option. „Wir wollen uns nirgendwo dazwischenschieben“, sagt Christian Gosling.

Da in Graes jedes Jahr Schützenfest gefeiert wird, wäre hier eine Verschiebung wenn überhaupt in den Herbst oder Winter möglich gewesen. Dem schiebt Martin Tillmann aber einen Riegel vor: „Das ist überhaupt keine Option. Wir freuen uns nun einfach auf eine riesige Sause in 2021.“

Info:

  • Der Ahauser Schützenverein Feldmark Süd hatte bereit vor zwei Wochen bekanntgegeben, dass das Fest in diesem Jahr ausfällt.
  • Die Schützen in Quantwick/Oberortwick haben ihre Feierlichkeiten auf das nächste Jahr verschoben. Auch das bereits vor einiger Zeit.
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