Schulleiter freuen sich auf G9

Abitur nach 13 Jahren

Die Schulleiter Michael Hilbk und Ulrich Walters begrüßen die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren. Doch sie stellen auch Forderungen.

Ahaus

, 18.10.2017, 19:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Eiltempo von G8 zu G9? Das dürfe nicht passieren, sagen die Schulleiter Michael Hilbk und Ulrich Walters.

Im Eiltempo von G8 zu G9? Das dürfe nicht passieren, sagen die Schulleiter Michael Hilbk und Ulrich Walters.

Die Zeichen stehen auf Wechsel: Mit dem Schuljahr 2019/20 beginnt an den Gymnasien in Nordrhein-Westfalen die Umstellung von G8 auf G9 (das Abitur nach 13 Jahren). So steht es im Koalitionsvertrag von CDU und FDP. Eine Entscheidung, die von den Schulleitern des Alexander-Hegius-Gymnasiums und der Bischöflichen Canisiusschule in Ahaus begrüßt wird.

„Wir haben uns schon vor zwei Jahren durch alle Gremien hindurch stark gemacht, dass wir zu G9 zurückmöchten“, erklärt Michael Hilbk, Schulleiter des Alexander-Hegius-Gymnasiums, am Mittwoch im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. „Aber nicht zum alten G9. Wir möchten ein Jahr dazubekommen und dies den Kindern für echte Lernzeiten geben“, sagt Hilbk. Es gehe um Vertiefungen und Übungen, um mehr Zeit für die Entwicklung der Persönlichkeit. „Wir müssen den Druck aus dem System nehmen.“ Hilbk plädiert für eine Reduzierung der Wochenstundenzahl, um im Ganztag mehr Spielraum für Arbeitseinheiten zu haben. „Schule muss gelebt werden, dazu gehören Zeit und Ruhe.“

Doppeljahrgang

Räumlich wird das Alexander-Hegius-Gymnasium durch den Wechsel nicht vor Probleme gestellt. Hilbk: „Das wird erst spannend, wenn wir den ersten Doppeljahrgang haben.“ Der Schulträger könne sich aber darauf einstellen. So fallen kommunale Kosten für die Umstellung zum Schuljahr 2026/27 an, wenn der 6. Jahrgang des Jahres 2019/20 in die 13. Klasse kommt. Bei der Rückkehr zu G9 wünscht sich Michael Hilbk konkretere Vorgaben, als es sie bei der Einführung von G8 von der Landesregierung gab. „G8 wurde damals aus politischen Gründen sehr schnell eingeführt. Der Start war holprig.“

Die Schulen hätten wenig Möglichkeiten gehabt, sich darauf vorzubereiten. Hilbk: „Jetzt bekommen wir mehr Zeit. Es gibt keine Schnellschüsse.“ Das könne es dem Alexander-Hegius-Gymnasium ermöglichen, eigene Wege zu gehen. „Wir können unser Gymnasium nicht mit einer Schule in Dortmund oder Düsseldorf vergleichen. Wir sind hier in der Fläche und haben eine Elternschaft, die das Gymnasium über Jahrzehnte begleitet und gute Erfahrungen gemacht hat. Wir müssen nicht alles neu erfinden.“ Alles in allem gelte es, G9 in Ruhe anzugehen und alte Fehler nicht zu wiederholen. „Wir müssen das ernst nehmen, was wir seit Jahren von Eltern und Schülern hören.“

„Ein modernes G9“

Er sei absolut der gleichen Meinung wie sein Kollege, sagt Ulrich Walters, Schulleiter der Bischöflichen Canisiusschule. „Wir brauchen ein modernes G9. Die Eltern stehen geschlossen hinter diesem Wunsch.“ Die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren sei auch am Dienstagabend in der Schulkonferenz angesprochen worden. Ulrich Walters erwartet ebenso wie Michael Hilbk klare Vorgaben, was den Stundenplan oder neue Fächer angeht. Erste Informationen soll es für die Schulleiter Mitte November bei einer Veranstaltung der Bezirksregierung Münster geben.  

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