Schwester Eligia gab Obdachlosen ein neues Zuhause

27.07.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ahaus "Lobeshymnen kann sie gar nicht gut haben. Sie erträgt das heute nur, weil es gut für das Haus Abraham ist." Dennoch sparte Pfarrer Jürgen Quante am Donnerstagabend nicht mit Lob für Schwester Eligia, die sechs Jahre lang die Seele des Hauses Abraham war, der Unterkunft für Männer ohne Obdach. In einer kleinen Feierstunde dankten viele Wegbegleiter aus der Gemeinde der Ordensfrau für ihr freiwilliges Engagement, dass sie nach ihrer Pensionierung als Religions- und Biologielehrerin gezeigt hatte. Aus diesem Anlass war auch die Provinzoberin der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, Schwester Pia Elisabeth, eigens nach Ahaus gekommen.

Die Idee für das Haus Abraham war vor sieben Jahren entstanden. Pfarrer Jürgen Quante war oft mit Hilfeersuchen von obdachlosen Männer konfrontiert worden, ohne ihnen in Ahaus eine Bleibe anbieten zu können.

Mit Unterstützung der Krankenhausstiftung konnte an der Kreuzstraße ein Wohnhaus erworben und im Oktober 2001 als Haus Abraham eingeweiht werden. 30 Gästen hat das Haus seither vorübergehend - mal kürzer, mal länger - ein Zuhause geboten. Die Idee: Die obdachlosen Männer sollten dort Ruhe und Kraft finden, um Schritte in ein neues eigenständiges Leben tun zu können. Doch das Leben auf der Straße hat zu oft tiefe Spuren hinterlassen. Drei der Gäste sind bereits verstorben. Pfarrer Quante: "Es gäbe sicher viel über die Schicksale zu erzählen. Aber Schwester Eligia war immer diskret genug, dies nicht zu tun."

Träger des Hauses ist der "Verein für Männer in Not", dessen Gründung vor sieben Jahren das erste Fusionsprojekt der Kirchengemeinden St. Marien und St. Josef war. Dank Spenden und vielfältiger ehrenamtlicher Hilfe trage sich das Projekt, so Pfarrer Quante. Er hofft, dass ab September eine andere Ordensfrau die Arbeit Schwester Eligias fortführen kann. gro

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