Staatsanwaltschaft will Urteil wegen Totschlags prüfen

Revision eingelegt

Zu 13 Jahren Haft wegen Totschlags ist der 28-jährige Asylbewerber, der im Februar eine Flüchtlingshelferin mit 21 Messerstichen getötet hatte, verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft Münster Revision eingelegt. Um die Möglichkeit zu haben, das Urteil auf Rechtsfehler hin überprüfen zu lassen.

AHAUS

, 13.10.2017, 08:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Staatsanwältin, hier in einer Verhandlung, hatte auf Mord plädiert. Im Vordergrund das eingepackte Asservat, der Koffer, in dem der Angeklagte das Opfer habe beseitigen wollen, um Spuren zu verwischen.

Die Staatsanwältin, hier in einer Verhandlung, hatte auf Mord plädiert. Im Vordergrund das eingepackte Asservat, der Koffer, in dem der Angeklagte das Opfer habe beseitigen wollen, um Spuren zu verwischen.

Das sagte Staatsanwalt Martin Botzenhardt am Freitagmorgen auf Anfrage der Redaktion. Warum wurde Revision eingelegt? "Streng genommen heißt das jetzt noch nichts, außer, das geprüft wird", sagte der Staatsanwalt. Die Anklage gegen den 28-Jährigen Asylbewerber hatte auf Mord gelautet, auch im Plädoyer hatte sich die Staatsanwältin für eine Verurteilung wegen Mordes ausgesprochen. Das allein sei nicht der Grund für die Revision, betonte Martin Botzenhard. Aber bei der Überprüfung des Urteils auf Rechtsfehler hin werde natürlich auch darauf geschaut, ob die rechtlichen Vorgaben bei der Beurteilung von Mord oder Totschlag in diesem Fall richtig angewandt worden sind.

Schriftliches Urteil muss erst vorliegen

Nach der Urteilsverkündung sei eine Woche Zeit für die beteiligten Parteien, Revision einzulegen. Das habe die Staatsanwaltschaft bereits am Donnerstag getan. Jetzt gelte es, das schriftliche Urteil abzuwarten. "Das wird in vier bis sechs Wochen vorliegen", blickte Martin Botzenhardt voraus. Dann wiederum habe die Staatsanwaltschaft vier Wochen Zeit, sich das Urteil genau anzusehen und dann zu entscheiden, ob es aus ihrer Sicht Rechtsfehler enthält. In diesem Fall würde sich dann der Bundesgerichtshof als nächste Instanz mit dem Verfahren befassen.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

 

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt