Stadt prüft neue Bürgerbuslinie für Graes und Wessum

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An Graes und Wessum fährt der Bürgerbus Ahaus-Haaksbergen bislang vorbei. Jetzt soll geprüft werden, ob die beiden Ortsteile und weitere Wohngebiete an die City angebunden werden können.

Ahaus

, 23.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Längst nicht immer herrscht im Hauptausschuss große Einigkeit – diesmal schon. Die Verwaltung soll prüfen, ob eine zweite Bürgerbuslinie eingerichtet werden kann. Vor allem Wohngebiete und die noch nicht versorgten Ortsteile Graes und Wessum sollen an die wesentlichen Punkte der Stadt angebunden werden. Aktuell gibt es die Linie Ahaus-Haaksbergen, die durch Ahaus, Wüllen, Ottenstein und Alstätte führt.

Andreas Dönnebrink erläuterte am Mittwochabend den von der SPD-Fraktion eingebrachten Antrag. Ahaus sei eine Flächengemeinde mit relativ langen Fahrtwegen in die Innenstadt, erklärte er.

Preisgünstig in die Innenstadt

Mit einer zweiten Bürgerbuslinie könnten Menschen preisgünstig, bequem und planbar in die Innenstadt gelangen. „Wir würden den Individualverkehr entlasten und den CO2-Ausstoß verringern“, nannte Dönnebrink einige Vorteile.

Eine zusätzliche Linie erleichtere es den Bürgern in den weiter entfernten Wohngebieten, auf den Pkw zu verzichten. „Das würde auch das subjektiv empfundene Parkplatzdefizit verringern. Viele unnötige Autofahrten könnten eingespart werden.“

Graes und Wessum anzubinden, das sei eine gute Sache, erklärte der Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff. Die Verwaltung wolle gerne mit dem Konzessionsgeber, der Regionalverkehr Münsterland sprechen, erklärte Althoff.„Wenn wir eine Chance für eine zweite Bürgerbuslinie sehen, werden wir die Kosten ermitteln.“

Finanzierung

Das Bürgerbusprojekt Ahaus-Haaksbergen wurde seinerzeit mit 40.000 Euro vom Land unterstützt, 5000 Euro gab es vom Kreis Borken für das Fahrzeug, alle weiteren, nicht gedeckten Kosten übernimmt die Stadt.

„Machen kann man vieles“, sagt Josef Terbeck, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Ahaus-Haaksbergen, in einer ersten Einschätzung einer möglichen neuen Bürgerbuslinie.

„Wir nehmen die Belange gerne auf“, erklärt der Vorsitzende am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch zunächst einmal müsse beispielsweise mit der RVM und anderen Buslininien-Betreibern darüber gesprochen werden.

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Die aktuelle Strecke Ahaus-Haaksbergen könne der Bürgerbusverein gut abdecken. „Ob wir noch eine weitere Linie fahren können, da weiß ich nicht, ob das möglich ist.“

Auf jeden Fall müsse dafür die Werbetrommel gerührt werden, sagt der Vereinsvorsitzende „Wir brauchen für eine Linie mindestens 30 Fahrer, die fallen nicht vom Himmel.“

Aktuell engagieren sich 48 Ehrenamtliche als Bürgerbusfahrer. „Mit ihnen können wir unser Angebot gut abdecken.“ Fahrer aus Wessum oder Graes gibt es derzeit nicht.

Gut 6000 Fahrgäste jährlich

Die erste Tour startet morgens um 7.32 Uhr am Katharinenstift in Alstätte, abends fährt der letzte Bus um 18.48 Uhr ab Ahaus Finanzamt. Für zwei Euro fährt man zum Beispiel von Wüllen nach Alstätte.

2018 und 2019 nutzten jeweils zwischen 5000 und 6000 Fahrgäste den Bürgerbus. „Da ist sicher noch Luft nach oben“, sagt Josef Terbeck über die Zahlen. Richtung Grenze werde es dünn in Sachen Fahrgäste. „Dass Personen mit nach Holland fahren, ist doch eher selten.“

Auch umgekehrt, von Holland nach Ahaus, seien die Mitfahrer namentlich bekannt. Anfangs seien vor allem Neugierige bis nach Haaksbergen mitgefahren, die wohl die Verbindung testen wollten.

Neue Linienführung

Auf verändertes Fahrgastverhalten reagiert der Bürgerbusverein auch Anfang April mit einer Fahrplanänderung. In Ottenstein fährt der Bürgerbus künftig auch durch Hörsteloe, informiert Josef Terbeck. In Wüllen gibt es eine Streckenänderung. „Davon versprechen wir uns einige Fahrgäste mehr.“

Verzichtet wird in Wüllen auf die Haltestelle Pineweg. „Dort steigt nur selten jemand aus oder ein“, erklärt Josef Terbeck.

Dafür gibt es zwei neue Haltestellen und eine Linienführung über die Lange Straße zur Schule, an der Kirche entlang Richtung Kaufland und dann auf dem Vredener Dyk nach Ottenstein. „Das bringt innerorts ein deutlich besseres Angebot.“

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