Stadt sucht Weg, Atom-Transporte zu verhindern

Jülich-Castoren

Die drohenden Castortransporte von Jülich ins Ahauser Zwischenlager bleiben ein heißes Thema für den Stadtrat ebenso wie für die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" (BI).

AHAUS

17.12.2016, 05:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadt sucht Weg, Atom-Transporte zu verhindern

Die Bürgerinitiative ruft wieder zum Sonntagsspaziergang auf.

Nach Ratsbeschluss vom 30. August hat die Stadt Ahaus Widerspruch gegen die Genehmigung, 152 Castorbehälter aus dem Kernforschungszentrum Jülich in Ahaus einzulagern, eingelegt. Diese Genehmigung hatte das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit ausgesprochen.

Gleich zu Beginn seiner Sitzung am Dienstag, 20. Dezember, ab 18 Uhr im Ratssaal hört der Ahauser Rat einen Bericht der beauftragten Fachanwaltskanzlei aus Düsseldorf zum aktuellen Stand in dieser Sache. Die Kanzlei Herbert Smith Freehills Germany begleitet die Stadt in dem Verfahren und wird nach Akteneinsicht die vorläufigen Ergebnisse ihrer Prüfung im öffentlichen Teil der Sitzung Stellung nehmen. Interessierte Zuhörer sind willkommen.

Derweil fordern die Kernkraftgegner vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen zusammen mit der BI "Kein Atommüll in Ahaus", die Castor-Pläne endgültig auf Eis zu legen und laden zum Advents-Sonntagsspaziergang am 18. Dezember um 14 Uhr mit Kundgebung am Ahauser Atommülllager ein, Ammeln 59.

Aktionsbündnis spricht von unsinnigem Atommülltourismus

Der Protest soll sich konkret gegen die geplanten Castortransporte aus Jülich und Garching richten. "Bislang hat es die rot-grüne Landesregierung versäumt, konkrete Schritte gegen diesen gefährlichen und unsinnigen Atommülltourismus zu unternehmen", sagt Peter Bastian vom Aktionsbündnis. "Wir erwarten von den Parteien vor dem Wahlkampf eindeutige Entscheidungen und ein Konzept für den weiteren Umgang mit dem Atommüll."

Felix Ruwe (Foto), Sprecher der Ahauser BI, ergänzt: "Nach unserer Ansicht muss endlich mit dem Bau eines möglichst sicheren Zwischenlagers für die 152 THTR/AVR- Castoren in Jülich begonnen werden. Dort können sich auch die ‚Experten' dieser Technologie einen Weg für die endlagergerechte Aufarbeitung dieses extrem gefährlichen Atommülls überlegen."

Neben Informationen und einem Demonstrationszug um das Atommülllager wird es am morgigen Sonntag eine symbolische Protestaktion am Zwischenlager geben. Die Ahauser Volxküche sorgt für warme Getränke.

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