Stiftung Haus Hall bietet ambulant betreutes Wohnen

Neubau im Jutequartier

"Alle unter einem Dach". So steht es auf dem Baustellenschild an der Parallelstraße. Im Neubau im Jutequartier wird in knapp zwei Monaten Integration täglich gelebt. Denn in acht von 19 Apartments werden Menschen mit geistiger oder psychischer Beeinträchtigung von Mitarbeitern der Stiftung Haus Hall ambulant betreut. Mitte August sollen die Wohnungen einzugsbereit sein.

AHAUS

, 20.06.2016, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch stehen die Baugerüste am neuen Wohngebäude im Jutequartier. Die Liste mit den Dingen, die noch gemacht werden müssen, ist lang. Aber der Bau befindet sich im Endspurt, es geht jetzt auf die Zielgerade zu. Die Stiftung Haus Hall hat acht kleine Apartments gemietet und vermietet sie an Menschen mit geistiger und psychischer Beeinträchtigung unter. Dort leben sie eigenständig und werden je nach Bedarf, nach der Arbeit und am Wochenende, ambulant von den Mitarbeitern der Stiftung betreut.

Integration

"Alle unter einem Dach. So lautet das Motto des Neubaus", sagt der Direktor der Stiftung, Dr. Thomas Bröcheler. "Es ist schon ein Stück weit Integration, wenn Menschen mit Beeinträchtigungen zusammen mit anderen Mietern unter einem Dach wohnen." Die Art der Betreuung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. "Manche brauchen einfach nur Hilfe mit ihrer Post, beim Einkaufen oder bei Arztbesuchen. Und andere suchen ab und zu intensive Gespräche", sagt Heike Rensing, Teamleiterin im ambulant betreuten Wohnen in Ahaus. Wenn der Bau im August abgeschlossen ist und die Wohnungen ab dem 15. August einzugsbereit sind, wird es im Untergeschoss auch eine zentrale Kontakt- und Beratungsstelle von der Stiftung Haus Hall geben. "Hier finden die Menschen Ansprechpartner, falls sie mehr Hilfe brauchen", so Rensing. Die meisten von ihnen gehen ganz normal arbeiten, die Mehrheit in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung an der Industriestraße.

Alle Wohnungen sind vermietet

Das besondere an den neuen Apartments sei der geeignete Wohnraum. 43 bis 56 Quadratmeter sind die Wohnungen groß - mit Bad, Küche, Wohnraum und Schlafzimmer. Und aus diesem Grund sind bereits alle acht Wohnungen vermietet. 25 bis 30 Jahre sind die neuen Untervermieter im Schnitt alt, sagen Heike Rensing und Dr. Thomas Bröcheler. Eine junge Frau unter ihnen zieht zum Beispiel aus ihrem Elternhaus in das neue Apartment. "Das bedeutet ein Stück Selbstverwirklichung", sagt Heike Rensing. Das ambulant betreute Wohnen gebe diesen Menschen eine Perspektive und eine Chance, am selbstständigen Leben teilhaben zu können. "Wenn es diese Form von Wohnen nicht gäbe, dann würden die meisten von ihnen in einer stationären Einrichtung leben", sagt Heike Rensing.

 

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