„Stolpersteine“ erinnern an jüdische Gemeinde

Judenverfolgung

STADTLOHN Ein neuer Arbeitskreis will die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Stadtlohn erforschen. Dabei ist auch geplant, „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die ermordeten und verfolgten Stadtlohner jüdischen Glaubens verlegen zu lassen. Das haben jetzt Archivar Ulrich Söbbing und Historikerin Ingeborg Höting in der Sitzung des Kulturausschusses berichtet.

von Von Thorsten Ohm

, 31.12.2009, 08:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zeugnisse jüdischen Lebens in Stadtlohn: Gedenksteine auf dem alten jüdischen Friedhof an der Klosterstraße. Ein Arbeitskreis will nun die Erinnerung an die ermordeten und verfolgten jüdischen Stadtlohner in den Blickpunkt rücken.

Zeugnisse jüdischen Lebens in Stadtlohn: Gedenksteine auf dem alten jüdischen Friedhof an der Klosterstraße. Ein Arbeitskreis will nun die Erinnerung an die ermordeten und verfolgten jüdischen Stadtlohner in den Blickpunkt rücken.

Ins Auge gefasst worden seien auch die ersten beiden Plätze, an denen im neuen Jahr „Stolpersteine“ verlegt werden sollen. Die inzwischen weit verbreitete Aktion des Künstlers Gunter Demning verweist vor Ort im städtischen Raum auf die Stellen, an denen in der Nazidiktatur ermordete Juden vor ihrer Deportation gelebt haben: Messingtafeln im Pflaster erinnern an Namen und Lebensdaten. In Stadtlohn soll im ersten Schritt an Mitglieder der Familien Stein in der Dufkampstraße und Lebenstein am Markt gedacht werden. Die Schicksale dieser beiden Familien seien gut dokumentiert, berichtete Söbbing. Ein Termin für eine Verlegung sei im kommenden Juni möglich. Dazu sei mit dem Büro des Künstlers Kontakt aufgenommen worden. Auch seien Sponsoren für die „Stolpersteine“ in Aussicht.

Begonnen werden soll mit fünf oder sechs Steinen; insgesamt sollen in den nächsten Jahren 20 bis 25 verlegt werden. Ingeborg Höting erklärte, dass der Arbeitskreis das Ziel habe, zu jeder der früher in Stadtlohn ansässigen jüdischen Familien Forschungen anzustellen. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Quellen es erlauben, detaillierte Erkenntnisse zu gewinnen. Neben der Verlegung der Stolpersteine sei vorgesehen, diese Fakten zu dokumentieren. Und nicht zuletzt solle das Thema an die Schulen herangetragen werden.

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