Strukturen müssen sich Menschen anpassen

Ministerin Steffens

Der Begriff Kompetenz bedeutet so viel wie Fähigkeiten oder Fertigkeiten. Ein Kompetenzzentrum ist ein zentraler Punkt, an dem besagte Fähigkeiten gebündelt oder geordnet werden. Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, berichtete am Montagabend über die Einrichtung von insgesamt 16 ganz besonderen Beispielen, den „Kompetenzzentren Frau und Beruf“.

AHAUS

von Von Denise Perrevort-Elkemann

, 01.05.2012, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ministerin Barbara Steffens (Mitte) in der Diskussion.

Ministerin Barbara Steffens (Mitte) in der Diskussion.

Nach wie vor herrsche auf dem Arbeitsmarkt eine prekäre Situation. Zwar gebe es heute die bestausgebildetste Mädchen- beziehungsweise Frauengeneration aller Zeiten, aber die Arbeitsmarktstrukturen seien noch lange nicht so, dass man von einer Gleichstellung der Geschlechter reden könne. Der Lohnabstand (Durchschnittsverdienst Frauen zu Männer) in NRW liege zum Beispiel bei 25 Prozent. „Frauen sind in der Regel auch heute noch in der Arbeitswelt weniger präsent, da sie anders als die Männer oft nur Teilzeit arbeiten“, so die Emanzipationsministerin. Dabei werde häufig verwechselt, dass sich dieses „teil“ nur auf die Zeit und nicht auf die Qualität und Kompetenz der Arbeit beziehe. „Wir werden beiden Geschlechtern nur gerecht, wenn wir geschlechterorientiert rangehen“, erläuterte Steffens und erntete mit dieser Aussage regen Zuspruch von ihren Mitrednern Sonja Schaten vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf, Astrid Meyer von der Agentur für Alleinerziehende, der Ewibo Bocholt und Jens Steiner von den Grünen.

Aus den Reihen des Publikums wurde das Thema 400-Euro-Jobs angesprochen. Sonja Schaten hierzu: „Es ist ein Riesenproblem. Denn wenn eine Frau einmal in der Spirale drin ist, hat sie kaum Möglichkeiten dort wieder herauszukommen.“ Astrid Meyer wies jedoch darauf hin, dass 400-Euro-Jobs durchaus für manche Frauen ein Einstieg in die Arbeitswelt bedeuten könne. Ministerin Steffens fügte hinzu: „Was wir brauchen ist mehr Flexibilität und die Arbeitgeber müssen langsam verstehen, dass sich nicht die Menschen an die Strukturen, sondern die Strukturen an die Menschen anpassen müssen! Dazu gehören auch Kinderbetreuungs- und neue Arbeitszeitenmodelle!“

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