Taxifahrt von Ahaus nach Coesfeld endet vor Gericht

rnTaxifahrt nicht bezahlt

Ein Ahauser Taxiunternehmen wartet seit über zweieinhalb Jahren darauf, dass ein 50-Jähriger die Fahrkosten begleicht. Es geht um 56 Euro für eine Fahrt von Ahaus nach Coesfeld.

Ahaus

, 31.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit über zweieinhalb Jahren wartet ein Ahauser Taxiunternehmen darauf, dass ein 50-jähriger Kunde endlich seine Fahrt begleicht. Für 56 Euro ließ sich der Mann im Juni 2016 von einer Ahauser Gaststätte nach Coesfeld chauffieren. Seitdem blieb er die Taxikosten schuldig. Wegen Betruges musste sich der Frührentner am Dienstag im Ahauser Amtsgericht verantworten. Das Ergebnis: Zu den 56 Euro Fahrkosten kommt eine Geldstrafe in Höhe von 900 Euro.

Mehrere Vollstreckungsbescheide

Er sei guten Glaubens mit dem Taxi gefahren, sagte der Angeklagte in der Verhandlung. „Ich dachte, meine Frau hat zu Hause noch Geld. Hatte sie aber nicht.“ Er habe dem Taxiunternehmen das Geld überweisen wollen – und übergab dem Fahrer damals seinen Personalausweis. „Sie haben aber nicht überwiesen“, erinnerte der Richter den 50-Jährigen an die seit 2016 ausstehende Zahlung. „Warum nicht?“ Der Angeklagte sinnierend: „Ja, warum nicht...“ Das könne er ihm sagen, sagte der Richter und zitierte aus mehreren Vollstreckungsbescheiden. „Weil der Gerichtsvollzieher seit 2014 ständig bei Ihnen zu Hause ist.“ Er werde überweisen, versicherte der Angeklagte mehrmals. „Ganz sicher.“ Und: „Soll ich?“

Gemeinsames Einkommen von 2700 Euro

Ein Ansinnen, das der Richter beiseite wischte. Dafür trug er aus dem Vorstrafenregister des 50-Jährigen vor. Darin finden sich mehrere Diebstahlsdelikte sowie Trunkenheitsfahrten. Zwar hatte der Angeklagte kurz vor der Tat eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, doch verfügt er gemeinsam mit seiner Ehefrau über ein monatliches Nettoeinkommen von rund 2700 Euro.

Personalausweis beim Taxiunternehmen

Die vom Staatsanwalt geforderte Geldstrafe wegen Betrugs in Höhe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro verdoppelte der Richter auf eine Tagessatzhöhe von 30 Euro – also insgesamt 900 Euro Geldstrafe. „Mit dem Familieneinkommen, das Sie haben, hätten Sie innerhalb eines Tages zahlen können“, hielt der Richter dem Mann vor. Und die 56 Euro müsse er übrigens immer noch zahlen. Der Schlusssatz des 50-Jährigen: „Ich überweise.“ Das sollte er auch tun, wenn er seinen Personalausweis wiederhaben möchte, sagte der Richter. Der Ausweis liegt seit zwei Jahren beim Taxiunternehmen.

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