Teil der maroden Unterkunft am Baumschulweg wird geräumt

Flüchtlingsheim

Und plötzlich geht es doch ganz schnell: Nur zwei Wochen nachdem die Münsterland Zeitung über die desolaten Zustände in der Flüchtlingsunterkunft am Baumschulweg berichtet hat, wird ein Teil der Einrichtung geräumt – dauerhaft.

AHAUS

, 08.09.2014, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Davon waren gestern nicht nur die Bewohner überrascht: Auch Klaus Löhring, Ratsmitglied der Grünen im Rat der Stadt Ahaus, hatte mit dem plötzlichen Umzug nicht gerechnet. Noch am Samstag hatte er sich zusammen mit Jens Steiner von der Kreistagsfraktion der Grünen die Unterkunft angesehen und war entsetzt. Im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung des Kreises soll das Thema heute Abend noch besprochen werden.

„Es hat in der vergangenen Woche ein Gespräch gegeben, dort wurde dann über die zusätzlichen Räume und die Umsiedlung gesprochen“, sagt Dietmar Eisele von den Grünen. Offenbar habe man im Rathaus erkannt, dass in der Unterkunft am Baumschulweg dringend etwas getan werden müsse. Eisele spart auch nicht mit Selbstkritik: „Ich werfe mir vor, dass wir als Politiker nicht stärker auf die Unterkunft geachtet haben“, sagt er. Vor drei Jahren habe es in den Räumen noch nicht so extrem ausgesehen. Für ihn ist allerdings fraglich, wie die Verwaltung – sowohl im Kreis als auch in der Stadt – die Aufsicht für das Gebäude geführt haben: „Allein die hygienischen Umstände sind dort ja schon sehr fragwürdig“, sagt er.

Für Stadtpressesprecher Christoph Almering ist die Teilräumung keine Änderung zum Stand von vor zwei Wochen. Beim Umzug der Bewohner handele es sich um einen ganz normalen Vorgang. Ein Umzug in eine andere Einrichtung, wie er im Rahmen des Konzepts der dezentralen Unterbringung ständig geschehe. Auch werde nur ein Teil der Anlage am Baumschulweg geräumt. Der Reste werde – wie schon erklärt – voraussichtlich bis 2015 genutzt.

Lesen Sie jetzt