Therapiehund feiert Geburtstag, betreut 50 Kinder und hat eigenes Buch

Der große Freund Balu

Geburtstagskinder bekommen eine Torte mit Kerzen und dürfen sich etwas wünschen. Worüber aber freut sich ein Geburtstagshund? Für Therapiehund Balu haben die Jungen und Mädchen der Evangelischen Zachäus-Kindertagesstätte in Gronau ein besonderes Leckerli gebacken: Käseplätzchen.

AHAUS/GRONAU

10.08.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leon und Sophie aus der Kita Zachäus haben Therapiehund Balu ins Herz geschlossen.

Leon und Sophie aus der Kita Zachäus haben Therapiehund Balu ins Herz geschlossen.

Für den achtjährigen Berner Sennenhund gibt es noch mehr Gründe zum Feiern: 50 Kindern hat der Hüne mit dem dichten Fell inzwischen helfen können. Und Frauchen Uta Krebs hat über Balu ein Kinderbuch geschrieben. An zwei Tagen in der Woche beeilt sich Balu mit der Morgentoilette. Immer, wenn Uta Krebs verkündet „Heute kannst du mit zur Arbeit“, ist der Berner Senner ruckzuck fertig mit dem Geschäft. „An den anderen Tagen trödelt er beleidigt vor sich hin“, schmunzelt sein Frauchen. Jeden Montag begleitet Balu seine Herrin zur Erziehungsberatungsstelle der Caritas in Ahaus und freitags in den Kindergarten nach Gronau.

Tiergestützte Therapie

An beiden Orten wird er sehnsüchtig erwartet. Balu begleitet in der sogenannten tiergestützten Therapie Kinder mit großen Ängsten, sprachlichen Defiziten oder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen auf dem Weg, sich dem Leben besser stellen zu können. Vor Balu hat Merlin diese Aufgabe lange Jahre erfüllt. Seit 2002 arbeitet die ausgebildete Motopädin mit den Hunden in dieser besonderen Therapieform. „Ähnliches wird erfolgreich mit Pferden und Delfinen gemacht, dann klappt es sicher auch mit einem Hund“, dachte sich Uta Krebs vor 14 Jahren, und der erste Berner Sennenhund („Merlin“) zog in das Wohnhaus der Familie in Steinfurt. Nach erfolgreicher Zusatzausbildung von Tier und Mensch wurde aus der Idee Wirklichkeit.

Für Uta Krebs und Balu ist die Arbeit mit den Kindern immer wieder eine spannende Herausforderung. „Berner Sennenhunde haben einen ganz speziellen Charakter“, erzählt die 63-Jährige. „Sie sind sehr eigensinnig und entscheiden viel für sich.“

„Der Hund kann sprechen“

Doch wen Balu besonders ins Herz geschlossen habe, könne sich seiner absoluten Zuwendung sicher sein. „Meist sind das die verschlossenen Kinder“, sagt Uta Krebs und erzählt die Geschichte eines Jungen, der sich vor Höhe fürchtete: Balu hatte dem Kind dicht ins Ohr geschnauft, und für den kleinen Angsthasen war klar: „Der Hund kann sprechen!“ Balu hätte ihm ins Ohr geflüstert, dass er, der Junge, die Kletterstange bezwingen könne. Für ihre Therapie arbeitet Uta Krebs mit vielen Hilfsmitteln und hat für die erste Stunde ein besonderes Spiel entwickelt. Über „Die Pfote“ lernen die Kinder spielerisch das Tier und den Umgang mit ihm kennen, bevor Balu das erste Mal selbst dabei ist. Immerhin ist der zottelige Riese mit dem bunt gescheckten Fell eine imposante Erscheinung und wiegt etwa 63 Kilo.

Verlag wird noch gesucht

Nun hat Uta Krebs ihre Therapiematerialien um ein Bilderbuch erweitert und im Selbstverlag publiziert. Inspiriert durch Enkeltochter Mali erzählt „Mein großer Freund Balu“ die Lebensgeschichte des Tieres aus Hundeperspektive. Selbst geschrieben in liebevollen Worten und bunt bebildert mit fantasievollen Zeichnungen aus Uta Krebs‘ eigenen Pinselstrich. Einen Verlag, der das Manuskript kauft und das Buch in größerer Auflage herausbringt, hat Uta Krebs noch nicht gefunden. Der findet als Bonus neben einfachen Spiel-Ideen auch ein ganz besonderes Rezept: „Balus goldener Käsetraum“ für seine Lieblingsleckerlis. 

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