Trauernde sollen auf dem Friedhof in einem Zelt Abschied nehmen

rnFriedhof in Ahaus

Die Sanierung der Friedhofskapelle auf dem Friedhof am Rotering wird noch Monate dauern. Für die Übergangszeit soll für Trauerfeiern ein Zelt aufgebaut werden.

Ahaus

, 09.05.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mal war die Witterung schuld, mal die Auftragslage der Unternehmen. Ursprünglich sollte die Umgestaltung des Friedhofes am Rotering – Neubau der Aufbahrungshalle und Erweiterung des Friedhofskapelle – Ende 2018 abgeschlossen sein. Später lautete der von der Verwaltung genannte Termin für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt Sommer 2019, dann Dezember 2019. Nun soll es doch schon der Oktober dieses Jahres sein. Darauf verlassen will sich der Rat der Stadt Ahaus nicht. Auf Antrag der CDU-Fraktion wird für die Übergangszeit auf der Wiese gegenüber der Kapelle ein etwa 80 Personen fassendes Zelt mit Boden aufgebaut. Das beschloss der Rat am Dienstagabend einstimmig. Was das kostet, wird die Stadtverwaltung noch in Erfahrung bringen.

„Nicht zuzumuten“

„Die Sanierung zieht sich wohl“, hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Vortkamp zur Erläuterung des Antrages erklärt. Es scheine sicher zu sein, dass man mit den Beerdigungen deutlich in die kalte Jahreszeit fallen werde. „Dieser Zustand ist den Trauergästen nicht zuzumuten“, hatte die CDU in ihrem Antrag geschrieben. „Wir sind aus der Bevölkerung angesprochen worden“, sagte Thomas Vortkamp am Dienstagabend. „Es hieß, die Situation sei nicht zufriedenstellend.“ Der Vorschlag der Christdemokraten: Es sollte eine beheizbare und trockene Alternative auf dem Friedhof geschaffen werden. Thomas Vortkamp: „Das ist mit einem Zelt mit festem Boden und Heizung zu erreichen.“

Keine Beheizung

Bürgermeisterin Karola Voß berichtete von Gesprächen mit den Planern der Baumaßnahme. Die Absicht sei, bis Mitte Oktober mit den Arbeiten fertig zu sein. Das Zelt sei eine Alternative, auch wenn es für die Trauernden sicher nicht den Wert einer Aussegnungshalle habe. Auf eine Beheizung solle man jedoch verzichten, erklärte Karola Voß. „Wir kommen jetzt in die wärmere Jahreszeit.“

Aufgrund der Vielzahl der Beisetzungen sei die derzeitige Lösung nicht optimal, erklärte Winfried Pomberg (CDU). Aktuell werden Verabschiedungsfeier in die Kirche verlegt, das ist jedoch gerade für ältere Bürger mit einigem Aufwand verbunden. „Die Zeltlösung wäre ein Gewinn.“ Pomberg berichtete, dass die Stadt Münster bei der Umgestaltung des Zentralfriedhofes ebenfalls ein Zelt für Trauerfeiern genutzt habe. Es sei ein würdiger Ersatz gewesen.

Baubesprechung

Andreas Dönnebrink fragte die Verwaltung, ob der Umbau der Friedhofskapelle seit einer Woche ruhe. „Das ist mir von Ahausern gesagt worden.“ Die Betonträger seien angeblich brüchig. Eine Information, die Beigeordneter Georg Beckmann erstaunt zur Kenntnis nahm. „Dass es technische Probleme mit den Betonträgern geben soll, ist uns bis dato nicht mitgeteilt worden.“ Über das Ergebnis einer am Mittwoch abgehaltenen Baubesprechung teilte das Büro der Bürgermeisterin am späten Nachmittag folgendes mit: Beim Anlegen der Fundamentschachte an der Nord-Giebelseite hätte die ausführende Baufirma ein altes Fundament/Beton-Zugband freigelegt. Die tatsächliche Ausführung habe nicht den zugrunde liegenden Plänen entsprochen. „Daher war zu prüfen, ob dieses Zugband mit Betonankern anbetoniert werden könnte“, teilte Marc Frieler mit. Diese Prüfung nahm einige Tage in Anspruch. „Geruht haben die Arbeiten an insgesamt fünf Tagen.“ Ab dem 10. Mai sollen die Bauarbeiten fortgesetzt werden.

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