Dramatischer Zustand: Erste Bäume müssen gefällt werden

rnTrockenheit

80 bis 100 Jahre alt ist der Baumbestand am Fahrradstellplatz des Alexander-Hegius-Gymnasiums. Jetzt werden Buchen und Eichen gefällt. Die Trockenheit hat dramatische Folgen.

Ahaus

, 23.07.2019 / Lesedauer: 3 min

40 Jahre arbeitet Heinrich Böyer als Baumpfleger. Aber so etwas wie in diesem Jahr hat er noch nicht erlebt. „Der Zustand der Bäume ist sehr dramatisch“, sagt er. „Wir hatten schon heiße Sommer, aber da gab es mehr Niederschlag.“

Mit seinem Kollegen Matthias Tenhumberg hat er für die Firma Gewers Baumpflege GmbH am Montag mit den Baumfällarbeiten am Fahrradabstellplatz des Alexander-Hegius-Gymnasiums an der Fuistingstraße begonnen. „Das tut einem schon leid, wenn so ein Baumbestand zugrunde geht“, sagt Böyer.

70 Bäume werden gefällt, 300 werden beschnitten

Insgesamt werden in Ahaus 70 Bäume gefällt, an mehr als 300 Bäumen sind Baumpflegemaßnahmen notwendig. Die Arbeiten werden Monate dauern. Jetzt in den Sommerferien werden erst einmal die Bäume an Schulen gefällt oder beschnitten. Nach dem AHG sind die Josefschule und die Burgschule in Ottenstein Einsatzorte der Baumpfleger.

Dramatischer Zustand: Erste Bäume müssen gefällt werden

Diese Buche ist von Fäule betroffen, die von oben nach unten vordringt. Rechts ist der Baum in einer Höhe von vier Metern zu sehen, links der Schnitt entstand in acht Meter Höhe. © Ronny von Wangenheim

Die dicken Stämme, die am AHG am Boden liegen, wurden in vier Meter lange Teile geschnitten. Heinrich Böyer weist auf einen Buchenstamm. In der Mitte kann man große Flecken erkennen, ein Zeichen für Fäule. Oben am Stamm dehnen sie sich fast bis zur Rinde aus, unten dagegen ist die Fäule nicht so ausgeprägt.

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Heinrich Böyer erläutert: „Der Fäulnisprozess geht von oben nach unten.“ Ursache ist, dass bei dem Flachwurzler Buche durch die Trockenheit die Versorgungswurzeln absterben. Oben am Baum vertrocknen als erstes die Äste, Pilze haben ein leichtes Spiel.

Weißfäule in der Eiche

Bei der 30 Meter hohen Eiche, die ebenfalls gefällt wurde, ist dagegen bereits am Fuß Weißfäule zu sehen. Böyer greift in den Stamm und kann das Holz in der Mitte zwischen den Händen zerbröseln. Schon wegen der Standfestigkeit musste dieses Prachtexemplar gefällt werden.

Dramatischer Zustand: Erste Bäume müssen gefällt werden

In 25 bis 30 Meter Höhe beschneidet Heinrich Böyer die Kronen und entfernt tote Äste. © Ronny von Wangenheim

Grund für die Schäden ist das Stressjahr 2018 mit seiner großen Trockenheit. Und jetzt geht es trocken weiter. Und das nicht nur im Münsterland. Erst in der vergangen Woche war die Firma Gewers in einem Schlosspark in der Nähe von Kerpen im Einsatz. Da mussten Böyer und Tenhumberg 250-jährige Buchen fällen. „Das treibt einem schon die Tränen in die Augen“, sagt Matthias Tenhumberg.

Sie wissen: Wenn es länger nicht regnen wird, wenn es dieses Jahr genauso trocken wird wie 2018, dann werden auch die Bäume, die bislang nur Teile der Kronen verloren haben, sich nicht mehr wehren können. Matthias Tenhumberg: „Dann stehen wir nächstes Jahr wieder hier.“

  • Eine vollständige Übersicht über die Baumpflege- und Fällarbeiten sind auf der Website der Stadt Ahaus zu finden.
  • Während der Arbeiten, so die Stadtverwaltung, kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen.
  • Die Stadt begrüßt, wenn Anwohner in Trockenperioden die Straßenbäume vor der Haustür wässern. Einmal in der Woche 50 Liter, und nicht einmal täglich 10 Liter, so der Tipp des Baubetriebshofs. So kann das Wasser besser eindringen und verdunstet nicht.
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