Unterkünfte werden geschlossen

Weniger Flüchtlinge

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Ahaus kommt, geht weiter zurück. Das hat auch Auswirkungen auf die Flüchtlingsunterkünfte. Wurde vor einem Jahr noch händeringend nach Räumen gesucht, gehen die Planungen jetzt dahin, die ersten Unterkünfte wieder zu schließen.

AHAUS

, 08.01.2017, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Notunterkunft für Flüchtlinge, die das Land NRW am Fleehook in einer ehemaligen Gewerbehalle betreibt, soll bis Ende Februar geschlossen werden. Diesen Zeitraum nannte Thomas Drewitz von der Pressestelle der Bezirksregierung Münster auf Anfrage der Redaktion.

Zahl nach und nach herunterfahren

"Wir haben den Auftrag vom Land bekommen, die Zahl der Einrichtungen sukzessive herunterzufahren", erklärte Drewitz. Und da es sich bei der Halle am Fleehook um eine der Einrichtungen handele, die besonders kostenintensiv sei, werde diese auch vorrangig geschlossen. 300 Plätze sind dort für Flüchtlinge vorgesehen, die noch keiner Kommune zugewiesen sind. Aktuell - das heißt mit Zahlen vom 30. Dezember - sei die Einrichtung noch von 127 Flüchtlingen belegt. Die sollen dann auf andere Einrichtungen verlegt werden.

Die ehemalige Gewerbehalle am Fleehook war ab Oktober 2015 als Notunterkunft in Betrieb gegangen. Bis Ende November hatte sich der Umbau hingezogen. Als maximale Belegung waren dort bis zu 340 Plätze vorgesehen. Mit der Halle wurde die Notunterkunft in der Turnhalle des Berufskollegs für Technik Ahaus (BTA) am Lönsweg abgelöst. Doch die Landeseinrichtung ist nicht die einzige Flüchtlingsunterkunft in der Stadt, die aktuell entweder schon aufgegeben ist oder demnächst aufgegeben werden soll. Wie Stadtpressesprecher Stefan Hilbring jetzt erklärte, sind aktuell noch insgesamt 393 Flüchtlinge in Ahaus untergebracht. Diese teilen sich in zwei Gruppen auf: Eine erste Gruppe von Flüchtlingen, die sich im ersten Asyl- oder einem Folgeverfahren befinden oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge - aktuell 262 Pertsonen. Die andere Gruppe sind solche, die eine Aufenthaltserlaubnis haben: 131 gehören in diese Kategorie.

"Standorte sind alles andere als optimal"

Die Aufnahmequote lag zuletzt bei 117,39 Prozent. Diese Zahl stammt jedoch noch aus dem vergangenen Oktober. "Aktuellere Zahlen wurden uns noch nicht mitgeteilt", so Hilbring weiter. Flüchtlingsunterkünfte in der Gartenstiege, der Schützenstraße und in Ammeln wurden zwischenzeitlich aufgelöst. Die beiden Containerstandorte an der Wessumer Straße und der Solmsstraße in Ottenstein sollen bis spätestens Mitte 2017 folgen. Dort sind aktuell noch 14 (Wessumer Straße) und vier (Solmsstraße) untergebracht. "Diese Standorte sind alles andere als optimal", so Hilbring. Deswegen sollen sie möglichst schnell aufgegeben werden. Das richte sich aber natürlich auch nach der politischen Gesamtlage. Die Planung beruhe auf der aktuellen Situation, die sich jedoch täglich ändern könne. Insgesamt jedoch sprach er von einer deutlichen Entspannung bei den Flüchtlingszahlen.

 

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