Unternehmen TZT meldet Insolvenz an

Wirtschaftskrise

AHAUS Die Wirtschaftskrise und der Zusammenbruch der Exportnachfrage schlägt auf den heimischen Mittelstand durch: Der weltweit tätige Tiefdruckzylinderspezialist TZT hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Ottensteiner Unternehmen beschäftigt 90 Mitarbeiter.

von Stefan Grothues

, 10.06.2009, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Gespräch mit der Münsterland Zeitung lobt Kruse die Umsicht der Unternehmerfamilie Wilbring: „Ein Kompliment, dass sie so frühzeitig gehandelt hat. Es sind noch keine Lohnforderungen offen geblieben. Wir haben so eine sehr gute Grundlage, ein Konzept für eine Fortführung des Unternehmens aufzustellen.“ Positiv sei auch, dass „sehr gute Stammkunden“ weiterhin an einer Zusammenarbeit mit TZT interessiert seien. „Wir werden sehen, ob wir das Unternehmen auf das Kerngeschäft konzentrieren können“, so Kruse. Ob und wieviele Arbeitsplätze dabei auf dem Spiel stehen, vermochte Kruse zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. „Wir fangen gerade erst an. Aber auch in einem Insolvenzverfahren muss ein Arbeitsplatzabbau nicht zwingend sein.“„Wir bedauern jetzt, diesen Schritt gehen zu müssen“, so Andre Wilbring. „Wir haben aber frühzeitig den Weg zum Insolvenzgericht angetreten, um einer ins Auge gefassten Fortführungskonzeption zur Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze ausreichend Zeit zu geben.“ Trotz der Insolvenz werde das Unternehmen seinen Kunden „in allen Bereichen uneingeschränkt“ zur Verfügung stehen.

  • TZT produziert Tiefdruckzylinder und technische Walzen vor allem für den Export nach Europa, Asien und Amerika.
  •  K Im Tiefdruck deckt TZT eine große drucktechnische Bandbreite ab: vom Illustrationsdruck über Verpackungs-, Flexo- und Dekodruck bis hin zum Tapeten- und Textildruck.
  • Erst im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen drei Millionen Euro in Ottenstein investiert und damit seine Produktionsfläche verdoppelt.
  • Bis zu 70 Prozent der Umsätze wurden im Export getätigt. Seit letztem Herbst jedoch sei die Auslandsnachfrage zusammengebrochen.
  • Gegründet wurde das Unternehmen 1976 von Rudi Wilbring. Die Geschäftsleitung haben jetzt dessen Frau Christa Wilbring und ihr Sohn Andre Wilbring inne.
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