Verfolgungsjagd mit der Polizei: Diebestrio in Ahaus auf frischer Tat ertappt

rnAmtsgericht Ahaus

Drei Männer mussten sich vor dem Amtsgericht verantworten, weil sie auf Diebestour in Ahaus unterwegs waren. Nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei klickten letztlich die Handschellen.

Ahaus

, 13.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein roter Ford Transit mit litauischem Kennzeichen rast die L570 von Ahaus kommend in Richtung Legden. Die Insassen sind drei Georgier. Alle Mitte 20. Als sie einen Streifenwagen der Polizei am Straßenrand bemerken, biegen sie direkt in einen Wirtschaftsweg ab.

Die Polizeibeamten nehmen die Verfolgung auf. Am Rand des Wirtschaftsweges sehen sie ein orangefarbenes Elektrofahrrad liegen. Die Männer des Ford Transit haben es während der Fahrt hinaus geworfen. Wenige Augenblicke später klicken die Handschellen.

Der Kopf des Trios soll zudem ein IPhone geklaut haben

Zugetragen haben sich diese Szenen am 11. August dieses Jahres. Und unter anderem wegen dieses gemeinsamen schweren Bandendiebstahles (Anklageschrift) des E-Bikes standen die drei Männer vor Gericht. Der Kopf des Trios, das ergab die Beweisaufnahme, hatte zudem einen Tag zuvor in einem Elektronikfachmarkt in Ahaus mit einem ausgeklügelten Trick ein hochwertiges IPhone geklaut.

Nach über sieben Stunden Verhandlung fielen die Urteile. Von 22 Monaten auf Bewährung, über 12 Monate bis hin zu 8 Monaten (jeweils ohne Bewährung) reichte die Urteilspalette. „Wegen schweren Bandendiebstahls“, wie der Richter anmerkte. Etwas, das die drei Verteidiger versucht hatten zu widerlegen.

Viedeoaufnahmen belegen den Handydiebstahl einwandfrei

Der Kopf des Diebestrios – keiner der Männer hat einen Wohnsitz in Deutschland – hatte nicht nur das IPhone geklaut, sondern auch das hochwertige (etwa 4000 Euro) E-Bike in der Nähe eines Elektrofachmarktes. Beide Taten ereigneten sich am 10. August. Beide Taten räumte der Verteidiger des Mannes ein. Ein in der Verhandlung vorgespieltes Video belegt zudem den Diebstahl im Elektrofachmarkt.

Einen Tag später, also am 11. August, ist der Kopf des Trios mit seinen beiden Komplizen nach Ahaus zurückgekehrt, um das E-Bike, welches er zuvor in einem Busch versteckt hatte, abzuholen. Beim Verladen des noch abgeschlossenen Fahrrades wurden die drei Männer von einem Zeugen beobachtet.

Zeuge verständigt umgehend die Polizei

Dieser verständigte, so sagte er vor Gericht aus, umgehend die Polizei. „Mir kam das irgendwie komisch vor.“ Da der Zeuge beobachtete, in welche Richtung die drei Männer davon fuhren, konnte er der Polizei präzise Angaben machen. „Wir haben dann auf die Männer in ihrem roten Ford Transit an der L570 gewartet“, so eine Polizistin, die ebenfalls als Zeugin aussagte.

Seit dem Zugriff und der Festnahme in dem Wirtschaftsweg saßen die drei Männer in Untersuchungshaft. Darum wurden sie auch in Handschellen sowie in Begleitung von sechs Justizvollzugsbeamten in den Verhandlungssaal geführt. Die Beamten blieben zudem während des gesamten Verhandlungsmarathon vor Ort.

Die Kommunikation verlief über Umwege und selten direkt

Kommuniziert wurde übrigens mittels zweier Dolmetscher. Wobei diese wenig Gesagtes der Angeklagten übersetzten mussten, denn diese äußerten sich praktisch gar nicht. Dies übernahmen jeweils die Verteidiger. „Mein Mandant beantwortet keine Nachfragen“, war dabei nicht nur einmal zu hören.

So oder so – zum Teil belasteten sich die Angeklagten mit ihren indirekten Aussagen gegenseitig und zum Teil wuschen sie ihre Hände in Unschuld. So wollte zum Beispiel der Besitzer und Fahrer des Ford Transit nicht gewusst haben, auf was er sich einlässt. Er habe zwei Bekannten lediglich einen Gefallen tun wollen mit dem Transport des Fahrrades.

Angeklagte machen kuroise Angaben über ihren Werdegang

Kurios: Alle Angeklagten gaben an, in Georgien studiert zu haben oder Profi-Fußballer gewesen zu sein. In Deutschland seien sie unabhängig von einander gewesen – wegen geschäftlichen Dingen oder um sich das Land anzusehen. Man habe sich dann in Essen zufällig in einem Hotel getroffen. Zudem sollen zwei der Männer am 11. August unter Drogeneinfluss gestanden haben. Testergebnisse lagen dem Gericht jedoch nicht vor.

Letztlich blieben viele Details und Hintergründe einfach im Unklaren. Dennoch fielen Urteile. Weil die Sache für das Gericht letztlich doch eindeutig genug war.

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