Versicherungsbetrug nach Unfall nicht nachweisbar

Verfahren eingestellt

Aufgrund des Gutachtens eines KFZ-Sachverständigen vermutete die Versicherung eines Beteiligten einen fingierten Unfall - und damit einen Versicherungsbetrug. Deshalb zeigte die Versicherung zwei der drei Unfallbeteiligten wegen versuchten gemeinschaftlichen Betrugs an.

AHAUS

, 21.09.2016 / Lesedauer: 3 min

Die Versicherung des Unfallverursachers war nicht gewillt, den Schaden des Unfalls vom 26. Juli 2015 auf der Landstraße 560 nahe der Kreuzung der Baumwollstraße in der Alstätter Bauerschaft Schwiepinghook zu übernehmen. Der Unfallschaden betrug 15160,27 Euro.

In der mehrstündigen Verhandlung vor dem Amtsgericht in Ahaus ließ sich trotz vieler Ungereimtheiten und Widersprüche dieser Verdacht nicht erhärten. Der Richter stellte daraufhin das Verfahren ein. Die Kosten trägt die Landeskasse.

Abbiege-Unfall

Zum Hergang: Der 37-jährige Fahrer aus Enschede kam aus einem Wirtschaftsweg, wollte auf die Hauptstraße in Richtung Enschede fahren und kollidierte mit dem Wagen eines 43-Jährigen, der in Gummersbach wohnt und aus Enschede kam. Beide waren wegen gemeinschaftlich versuchten Betrugs angeklagt. Das dritte Fahrzeug, das ebenfalls aus Enschede kam, musste ausweichen und fuhr in den Straßengraben.

Der KFZ-Sachverständige hatte in seinem Gutachten angegeben, dass laut Speicher in der Blackbox das Auto des angeklagten Enscheders gestanden haben muss bei ausgeschaltetem Motor, als der Aufprall passierte. Die Angeklagten bestritten dies.

Erinnerungslücken

Der 43-Jährige hatte schon vor der Verhandlung angegeben, gar nicht selbst gefahren zu sein. Auch das ließ sich nicht klären, da die beiden Polizeibeamten, die den Unfall aufgenommen hatten, sich nicht daran erinnern konnten, wer gefahren sei.

Als der Richter die Beamten fragte, wie sie denn festgestellt hätten, wer gefahren sei, und ob sie die Fotos auf den gezückten Ausweisen auch mit den Anwesenden verglichen hätten, kamen nur diffuse Antworten. Sie konnten sich ebenfalls nicht an die beiden Angeklagten und mögliche Beifahrer erinnern.

Kein Hinweis auf Beifahrer

Der Enscheder, der aus dem Wirtschaftsweg kam und der eigentliche Unfallverursacher war, gab zu Protokoll, dass er einen Beifahrer gehabt hätte. Davon hörte der Richter zum ersten Mal. Auch in dem Unfallbericht der Polizeibeamten fand sich diesbezüglich kein Hinweis. Auf die Frage des Richters an alle drei Unfallbeteiligten, ob sie sich vorher kannten, verneinten diese. Die Staatsanwältin wollte daraufhin den Beifahrer vorladen. Der Richter zog dennoch einen Schlussstrich mit der Einstellung des Verfahrens.

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