Vorbereitungen für ein langes Kirmeswochenende

Schausteller mit Tradition

Bunte Lampen blinken, es duftet nach Popcorn und gebrannten Mandeln. Aus den Boxen der Fahrgeschäfte dröhnt Musik - typisch für eine Kirmes. So eine Großveranstaltung bedarf viel Organisation und Vorbereitung. Am Donnerstag machten die Schausteller auf der Ahauser Kirmes alles klar für den Ansturm am Wochenende.

AHAUS

11.09.2015, 05:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marlon Klaasen rückt die letzten Lichtleisten zurecht, damit sein Fahrgeschäft "Jump Street" ab Freitagnachmittag bunt beleuchtet loslegen kann. Um 15 Uhr öffnen Karussells, Popcornstände und Autoscooter für die Besucher der Kirmes in Ahaus. Wie auch die vergangenen Jahre stehen die Stände zusätzlich zum Kirmesplatz auch auf dem vorderen Teil des Parkplatzes an der Wallstraße und in der Verlängerung der Schlossstraße. Dort bildet ein großer Ausschank einen Treffpunkt.

Unternehmen in siebter Generation

Nebenan baut Marlon Klaasen sein Fahrgeschäft auf. Der Parkplatz ist zwar Neuland für ihn, ansonsten kennt er sich im Geschäft aus: "Jump Street ist seit 1996 im Familienbesitz und seit 2007 bin ich zuständig." Der Schaustellerbetrieb Klaasen sei mittlerweile schon in der siebten Generation.

"Meine Großeltern waren damals von Mai bis November im Wohnwagen unterwegs und nur sporadisch zu Hause. Heute ist das anders." Klaasen hat Frau und Kind, das zweite ist gerade unterwegs. "Meine Kinder sollen wie ich fest zur Schule gehen und einen Beruf erlernen. Es ist gut, etwas in der Tasche zu haben, bevor man ins Familiengeschäft einsteigt."

Helfen von Kindesbeinen an

Bei anderen Schaustellerfamilien ist das nicht die Regel: Die Kinder helfen von Kindesbeinen an mit. So auch Jordano Heitmann-Krause: "Ich bin einfach in den Job reingewachsen," erklärt der 20-Jährige, während er gelbe Minion-Plüschfiguren in den Verkaufswagen einräumt. Die Auswahl hier ist fast unzählbar. "Es müssten zumindest so 300 verschiedene Sorten an Preisen sein", mutmaßt Mutter Jutta Heitmann lachend.

Insgesamt 84 Kirmesbeschicker sollen die Ahauser Kirmes wieder zu einer Erfolgsveranstaltung machen. Ralf Rohling vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung, blickte gestern auf den Parkplatz an der Wallstraße und war zufrieden: "Der Aufbau verläuft absolut reibungslos."

Ein hartes Geschäft

Das Leben als Schausteller hingegen sei nicht so einfach: "Das ist ein hartes Geschäft, aber wir sind immer bemüht, die Preise familienfreundlich zu halten", erklärt Marlon Klaasen. Auch Schausteller hätten mit steigenden Betriebskosten zu kämpfen. Außerdem macht er deutlich: "Deutschland ist das Land mit den höchsten Sicherheitsstandards weltweit. Da kommen einige Prüfungen und Genehmigungen zusammen."

Trotz der bürokratischen Hürden führt der Klaasen das Rintelner Unternehmen mit Leidenschaft. "Ich sehe immer die Unterhaltung der Gäste als unsere höchste Zielsetzung an." Am Ahauser Kirmeswochenende wird er das zur Genüge unter Beweis stellen können.

 

 

 

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