Voß fast gleichauf mit Almering

Stichwahl in zwei Wochen

Karola Voß ist die Überraschungsgewinnerin der ersten Runde der Bürgermeisterwahl. Hinter Christoph Almering (CDU) gelang der unabhängigen Kandidatin auf Platz zwei der Sprung in die Stichwahl am 27. September.

AHAUS

, 13.09.2015, 21:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Voß fast gleichauf mit Almering

Christoph Almering und Karola Voß sind die Gewinner der ersten Runde der Bürgermeisterwahl.

Almering und Voß lieferten sich am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die anderen vier Bewerber mit deutlichem Abstand zurückließ – am Ende waren es 36,3 Prozent für Christoph Almering und 33,8 Prozent für Karola Voß. „Wahnsinn“, kommentierte so mancher der vielen Zuschauer im Ahauser Ratssaal das Ergebnis. Dieser hatte sich in ein Wahlstudio verwandelt, und als um 18.20 Uhr das Ergebnis des ersten ausgezählten Wahlbezirks über die Bildschirme flimmerte, ging ein vernehmbares Raunen durch die dich gedrängten Reihen: Almering hatte im Bezirk Paus-Franke mit 29 Prozent punkten können, Karola Voß kam auf 27,8 Prozent. Der Zweikampf zwischen Almering und Voß sorgte im Laufe der Auszählung für viele emotionale Reaktionen. Immer wieder brandete Jubel auf, wenn einer der Kandidaten ein besonders deutliches Ergebnis erzielte. Mit jedem ausgezählten Wahlbezirk näherten sich die Prozentzahlen der beiden weiter an. Am Ende lagen die beiden Erstplatzierten nur um 2,5 Prozentpunkte auseinander. Die vier anderen Kandidaten spielten in diesem Rennen praktisch keine Rolle mehr. Er habe ein solches Ergebnis durchaus erwartet, reagierte Christoph Almering auf den knappen Wahlausgang. Er setzt in den verbleibenden zwei Wochen darauf, verstärkt Inhalte und Kompetenzen in den Blickpunkt zu rücken. Und er wolle die Wähler entsprechend mobilisieren: „Ich mache mit Volldampf weiter.“ Überglücklich zeigte sich Karola Voß. Sie bekannte, mit diesem Resultat nicht gerechnet zu haben. Karola Voß will in den verbleibenden zwei Wochen ihren bisherigen Kurs im Wahlkampf fortsetzen: „Ich möchte auf die Menschen zugehen.“

Hoffnung enttäuscht

Jürgen Schmeier, der gemeinsame Kandidat von SPD, UWG, Grünen und WGW, hatte gehofft, es in die Stichwahl zu schaffen – er kam aber nur auf 13,2 Prozent. Er vermutete nach seiner Niederlage, dass er zu sehr als jemand „von außen“ gesehen wurde, aber auch sein Alter – 59 Jahre – eine Rolle gespielt habe. › Auch wenn er es mit 7,8 Prozent der Wählerstimmen nicht in die Stichwahl geschafft hat, war der unabhängige Kandidat Ingo Woolderink nicht unzufrieden: Er haben einen Achtungserfolg erzielt. › Das Ergebnis sei anders ausgefallen, als er erwartet habe, sagte Frank Beckert, der 7,7 Prozent holte. Das Resultat sei für ihn jedoch „kein Beinbruch“. › Reinhard Horst (FDP) brachte es auf 1,2 Prozent Stimmanteil und reagierte darauf enttäuscht. Er habe sich mehr erhofft.

Wo welcher Kandidat besonders stark war, verdeutlicht auch ein Blick auf die Ergebnisse in de Stadttei- len: Christoph Almering lag in Wüllen, Wessum, Otten- stein und Alstätte vorn, wäh- rend Karola Voß sich in den Ortsteilen Ahaus und Graes durchsetzen konnte – in Graes sogar mit 54,3 Prozent. Einer, der den Gang der Dinge entspannt verfolgen konnte, war der scheidende Bürgermeister. Aber Felix Büter gestand noch vor Bekanntgabe der Ergebnisse, dass es sicher kein normaler Wahlabend sei. Er sollte Recht behalten. 

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