Wählergemeinschaft Lebendiges Ahaus setzt auf Farbe bei den Kandidaten

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Reinhard Horst und seine Wählergemeinschaft Lebendiges Ahaus (WLA) haben in nur vier Wochen die Weichen für die Kommunalwahl gestellt und ihre Kandidaten nominiert. Eine echt bunte Schar.

Ahaus

, 20.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In nur vier Wochen musste der Neuling, die WLA, die Herausforderung stemmen, um die Zulassung zur Kommunlawahl am 13. September zu bekommen. Zurzeit sind es nämlich erst rund 20 Mitglieder.

An der Spitze: der ehemalige Ahauser FDP-Fraktionschef Reinhard Horst als Vorsitzender, Arno Krüger ist sein Stellvertreter, Schatzmeister ist Carsten Heitkamp und Beisitzer Christoph Bromisch. Neben den formalen Vorgaben wie Satzung, Durchführung einer Mitgliederversammlung und Wahlprogramm war es auch die Schwierigkeit, geeignete Personen zu finden, die sich als WLA-Kandidaten in den immerhin 21 Wahlbezirken in Ahaus zur Wahl stellen.

Ziel: Querschnitt der Gesellschaft

Das aber ist gelungen. Aber nur wie? Wie gelingt es, Menschen zu motivieren, sich plötzlich politisch zu engagieren? Reinhard Horst erklärt das Verfahren: „Jedes Mitglied hat sich in seinem Bekanntenkreis umgeschaut und geeignete Personen angesprochen.“

Die hätten sich dann in drei Wahlversammlungen vorgestellt und schließlich den Zuspruch der Mitglieder bekommen. Und wenn Horst, auf dessen Agenda der Einzug ins Ahauser Rathaus steht, für die WLA propagiert, dass sie ein „buntes Ahaus“ will, dann ist das mit Blick auf die Kandidatenliste da schon mal gelungen.

„Es sollte ein Querschnitt der Gesellschaft sein“, betont Horst.

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Erzieherin, Krankenschwester, Maler und Lackierer, Restaurant- und Hotelfachmann, LKW-Fahrer, Altenpflegerin/Pferdewirtin tauchen dort auf, auch ein Detektiv. Dass selbst zwei Schlachter mit Geburtsort in Ungarn auf der WLA-Liste stehen, sieht Horst als Hinweis für seinen Anspruch auf Farbe: „Das sind EU-Europäer, die schon seit zum Teil 16 Jahren in Ahaus leben und die ich gut kenne.“

Ärgerlich findet er vielmehr, dass das Ordnungsamt im Rahmen der Corona-Maßnahmen mit Informationsblättern in rumänischer Sprache bei denen auftauchte. Eine Erfahrung von Unkenntnis, die die Betroffenen häufiger machten und sich auch nach langer Zeit noch als Fremde fühlten. Auch dafür, dass sich daran etwas ändert, will sich die WLA einsetzen.

Vier Punkte aus Bürgersicht

Das gut zehn Punkte umfassende Wahlprogramm wird sich unter anderem aus dem direkten Gespräch mit den Bürgern ergeben. Zum Beispiel ab dem 29. August in einer Bürger-Lounge in der City. „Die sollen die Bürgersicht zeigen“, sagt der WLA-Vorsitzende.

Ansonsten will man bis zur Wahl noch verschiedene Formate bespielen und klassische Werbung über Flyer und Banner machen, aber auch moderne Kanäle wie Facebook und Co. bedienen, online-Interviews anbieten. Letzte inhaltliche Festlegungen sollen aber zum Teil auch erst zwei Wochen vor der Wahl präsentiert werden. Horst: „Ich habe festgestellt, dass meist die letzten zwei Wochen im Gedächtnis haften bleiben.“

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