Wagyu-Gala mit Björn Freitag und Robert Meyer begeistert das Publikum

rnWagyu-Dinner

Barbecue-Vizeweltmeister Robert Meyer lud zur ersten Wagyu-Gala in die Ahauser Stadthalle. Der gesamte Abend drehte sich um das Edelfleisch, das der Eperaner selbst züchtet.

Ahaus

, 31.03.2019, 19:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

140 Mitglieder zählt der Wagyu-Verband Deutschland. Eines davon: Robert Meyer. Seit 2012 hält der amtierende Barbeque-Vizeweltmeister die Edel-Rinder japanischen Ursprungs auf seinen Wiesen in Epe. Am Samstagabend präsentierte er bei der ersten Wagyu-Gala im Ahauser Kulturquadrat gemeinsam mit Sternekoch Björn Freitag über vier Gänge eine Auswahl der Delikatesse. Ein Heimspiel für den Caterer der Stadthalle.

Wagyu-Gala mit Björn Freitag und Robert Meyer begeistert das Publikum

Rene Reuter sorgte für den musikalischen Rahmen. © Johannes Schmittmann

Die Idee für diesen Abend hatte Robert Meyer schon lange. „Das Wagyu-Rindfleisch ist einzigartig. Und meine Leidenschaft für das Thema Fleisch ist so groß, dass ich sie mit den Besuchern teilen möchte“, sagte er. Zwar stand das Vier-Gänge-Menü im Mittelpunkt des Abends, für einen passenden Rahmen war aber ebenfalls gesorgt. Rene Reuter spielte Saxophon, Comedian Kay Scheffel moderierte als Heinz-Erhardt-Imitator die Gala. Als Höhepunkt kochte Sternekoch Björn Freitag unter Hilfe des Publikums auf der Show-Bühne zwei Wagyu-Gerichte.

Beim Empfang wird Lust auf mehr gemacht

Schon beim Sektempfang im Foyer wurde im wörtlichen Sinne ein Vorgeschmack auf das geliefert, was die Gäste am Abend erwarten sollte. Hauchdünn geschnittenes Roastbeef und Bresaola-Mousse im Hörnchen servierte das Personal. Das Publikum: bunt gemischt. Gleich mehrere Gäste nahmen die Anfahrt von Münster für den Gala-Abend in Kauf. Trotz Abendgarderobe war die Atmosphäre locker und gelöst. Jeder hat seinen zugewiesenen Platz in der festlich dekorierten Stadthalle. Obwohl sich viele Besucher erst am Samstagabend kennenlernten, überwog das „Du“. Immer mittendrin: der Gastgeber des Abends. Jeden der 20 Tische begrüßte Robert Meyer einzeln.

Wagyu-Gala mit Björn Freitag und Robert Meyer begeistert das Publikum

Die Vorspeise: Wagyu-Tatar mit Wachtelei und hausgeräucherte Pastrami © Johannes Schmittmann

Um Punkt 19 Uhr brachten die Kellner den ersten Gang. Auf der einen Seite des Schiefertellers: hausgeräucherte Pastrami mit einer Trüffel-Creme-Fraiche von Björn Freitag. Auf der anderen Seite wurde das Wagyu-Beef roh serviert: Rindertatar, angerichtet mit Cornichons, gekochtem Wachtelei und Brotchip. Zeit für eine Stichprobe. „Das Tatar schmeckt herausragend, ich brauchte nicht einmal den Salz- oder Pfefferstreuer“, sagte Hermann Wenker. Das Gesagte untermalte der Eperaner, indem er seiner Frau noch eine Gabel Rindergehacktes vom Teller stibitzte.

Tafelspitz mal anders

Während das Servicepersonal die Teller aushob, betraten unter großem Applaus Björn Freitag und sein Beikoch Joel Anoglu die Bühne, die für den Abend in eine Show-Küche umfunktioniert wurde. Unter Mithilfe einer Besucherin zeigte er dem Publikum, dass der Tafelspitz – im Münsterland ein klassisches Schmor-Gericht – auch kurzgebraten und in Nudeln verarbeitet schmecken kann.

Wagyu-Gala mit Björn Freitag und Robert Meyer begeistert das Publikum

Björn Freitag (l.), Robert Meyer (M.) und Kay Scheffel © Johannes Schmittmann

Der zweite Gang war an das Show-Kochen des Sternekochs angelehnt. Allerdings gab es statt Tortelloni gefüllte Ravioli mit Wagyu-Farce und Thai Spargel. Übertroffen wurde die Pasta allerdings vom rosagebratenen Kugelbraten mit Morchelsauce. Der empfohlene australische Shiraz korrespondierte perfekt. Die Portionen: für ein Gourmet-Menü sehr großzügig.

Wagyu-Gala mit Björn Freitag und Robert Meyer begeistert das Publikum

Der zweite Gang: gefüllte Ravioli und rosa Kugelbraten. © Johannes Schmittmann

Whisky und Zigarren im Foyer

Zwischen dem zweiten und dritten Gang hatten die Veranstalter bewusst etwas Zeit gelassen. Wer wollte, konnte sich von Kay Schefflers Bauchredekünsten unterhalten lassen. Björn Freitag posierte nicht nur für zahlreiche Selfies, sondern kochte auch eine besonders hochwertige Variante des „Strammen Max“: Entrecôte mit Wachtelei. Andere nutzten die Gelegenheit, sich von Han Hilderink in die Welt des Whiskys und der Zigarren einführen zu lassen. Der niederländische Inhaber des Whisky&Cigar-Stores in Gronau sieht viele Parallelen zur Arbeit von Robert Meyer: „Er sucht den passenden Wein zum Essen. Ich suche die passende Zigarre zum Whisky. Genau wie in der Küche ist es auch bei Zigarren und Whisky ein Irrglaube zu denken, dass zwei hochwertige Dinge automatisch zueinander passen.“

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Eine besondere Variante des strammen Max: Entrecôte mit Wachtelei. © Johannes Schmittmann

Der dritte Gang war das Highlight des Abends. Schon die geschmorte Rinderroulade und die gesmokte Rinderbrust überzeugten. Doch das gegrillte Rindersteak mit zerlassener Pfefferbutter stellte alles in den Schatten. „Allein das war es wert, heute nach Ahaus zu kommen“, fasste es Heinz Paganetty zusammen.

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Der dritte Gang: Gegrilltes Rindersteak, gesmokte Rinderbrust und geschmorte Rinderroulade. © Johannes Schmittmann

Zur Überraschung der Gäste kam auch der vierte Gang – das Dessert – nicht ohne Wagyu-Fleisch aus. Der mit Schokolade kandierte Wagyu-Domino wusste zwar nicht bei allen zu überzeugen, doch auch darauf waren die Veranstalter vorbereitet. Das Schokoladen-Fleisch-Häppchen wurde von einer Limonen-Tarte und Valrhona-Sorbet flankiert.

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Das Dessert: Limonentarte, Valrhona-Sorbet und ein Wagyu-Domino. © Johannes Schmittmann

Nicht nur die Gäste, sondern auch der Gastgeber zeigte sich am Ende zufrieden: „Die Reaktionen zeigen, dass die Leute den Abend genossen haben. Auch, weil sie davon überrascht wurden, wie wir die Gala aufgezogen haben.“ Zum Eintrittspreis von 150 Euro sagte ein Gast aus Münster: „Die große Kunst ist es, dass die Besucher am Ende ihr Geld gerne ausgegeben haben.“

Drei Fragen an Björn Freitag

Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Wagyu-Fleisch? Mein erstes Wagyu-Steak habe ich vor zehn Jahren in London gegessen. Obwohl es 100 Pfund gekostet hat, war es sein Geld wert. Später hatte ich auch in meiner WDR-Sendung „Einfach & Köstlich“ damit zu tun. Damals konnte man sich aber noch nicht vorstellen, dass Embryonen nach Deutschland transportiert und in Leihkühe verpflanzt werden. Bietet Sie auch im Goldenen Anker Wagyu an? Ja, aber nicht als klassisches Steak. Wir bauen es in unsere Menüs ein. Dann auch eher den Tafelspitz oder das Bürgermeisterstück, weil Filet und Rücken häufig zu Höchstpreisen nach England verkauft werden.

Ist es schwer, Gäste an die eher kleineren Portionen im Gourtmet-Bereich zu gewöhnen?
Man muss einfach betonen, dass es nicht nur einen Gang gibt, sondern mehrere. Am Ende wird in der Regel jeder satt. In meinen Kochkursen tendieren die Teilnehmer dazu, riesige Portionen anzurichten. Aber die Leute lernen schnell.
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