Wattwandern mitten im Wohngebiet

Ahaus Die Muschel, die der Junge in der Hand hält, ist schwarz und so groß, dass er sie schon fast in beide Hände nehmen muss.

12.07.2007, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Schau mal, was ich gefunden habe", ruft der Kleine stolz und legt die Muschel vorsichtig in einen Eimer. Dann macht er sich auf die Suche nach dem nächsten "Schatz" auf seiner Wattwanderung der besonderen Art - mitten in Ahaus.

Der Junge trägt dabei aber keine Badehose, sondern Gummistiefel, und der Sand, über den er läuft, ist nicht leuchtend gelb, sondern dunkelbraun, genau wie das Wasser, aus dem er die Muscheln fischt. Die Szene spielt mitten in Ahaus am Kolk, einem kleinen See neben der Franziskusschule, der Anfang letzter Woche leer gepumpt wurde (Münsterland zeitung berichtete).

Fische gerettet

Um die Fische darin nicht verenden zu lassen, fingen die Sportfischer Ahaus die Tiere mit Keschern und brachten sie in ein nahe gelegenes Gewässer. "Wir standen bis zur Hüfte im Schlamm, aber es hat sich gelohnt: Ungefähr 500 kleine bis mittelgroße Fische wechselten den See", erzählt Peter Klein, zweiter Vorsitzender der Sportfischer. Nun suchen die Mitglieder des Vereins Muscheln und letzte kleine Fische in dem flachen Wasser, um auch sie umzuquartieren.

Schlick ausbaggern

Der See, der als Regenrückhaltebecken dient, muss von der Stadt Ahaus trocken gelegt werden, weil er vertieft und vergrößert werden soll. Außerdem sind die Rohre, durch die das Regenwasser, von der Straße und der Schule in den See läuft, voller Schlick und müssen gesäubert werden. Eigentlich sollte das Gewässer am Montag ausgebaggert werden. Da jedoch wegen des Regens noch zu viel Wasser im See stand, musste der Termin auf gestern verschoben werden.

"Wir hatten gehofft, in dem Schlamm noch ein paar Aale zu finden", so Peter Klein. Da das Angeln in Regenrückhaltebecken verboten ist und es auch sonst keine Angelplätze in Ahaus gibt, stehen die Sportfischer mit der Stadt in Verhandlungen für ein eigenes Gewässer. "In dem Gewässer, um das es geht, leben nun auch die Fische aus dem Regenrückhaltebecken", erläutert Peter Klein. "Wir hoffen, dass wir uns mit der Stadt einigen, denn dann haben wir endlich die Möglichkeit, gefahrlos und offiziell zu angeln." rb

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