Weide hat ausgetrauert

Wüllen Hundert Jahre hat sie getrauert, jetzt ist sie gestorben. Die alte Weide vor dem Jägerhof an der Höste ist gestern gefällt worden, weil sie zu einer Gefahr für Leib und Leben von Passanten geworden war.

24.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie groß die Gefahr war, das wurde in der Nacht zum vergangenen Samstag deutlich, als gegen Mitternacht unvermittelt ein schwerer Ast aus dem äußerlich gesunden Baum herausbrach und ein geparktes Auto so stark beschädigte, dass es abgeschleppt werden musste. Dabei hatte es noch nicht einmal gestürmt oder gewittert.

"Das war noch Glück im Unglück", berichtet Bruno Moll, der zusammen mit seiner Frau Bernhardine das Hotel-Restaurant Jägerhof führt. Nur wenige Minuten vor dem Astbruch hätten an der Unglücksstelle Menschen gestanden.

Erinnerungen geweckt

Nun liegt der mächtige Stamm mit dem morschen Kern meterweise auf der Höste, während sich Anlieger an seine kraftvollen Zeiten erinnern. "Ich kenne den Platz gar nicht anders als mit der Trauerweide. Der Stamm war schon dick, als ich noch ein Kind war", erinnert sich der 75-jährige Heinz Laurenz. Und mit der Erinnerung an den Baum werden auch unbeschwerte Kindertage wieder lebendig. "Auf der Höste haben wir immer mit einem Stoffball Fußball gespielt. Damals haben hier ja noch keine Autos geparkt."

Protest gegen die noch Samstagnacht von der Polizei empfohlene und nach einer Prüfbohrung bestätigte Baumfällung gibt es nicht. Zu offensichtlich ist auch für Laien die Fäule in allen Ästen - wenn sie nicht gar hohl sind. gro

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