Wer darf in Zeiten des Coronavirus noch bei einem Umzug helfen?

rnUmzug trotz Coronavirus

Die Kisten sind gepackt, der neue Mietvertrag ist unterschrieben nun steht der Umzug an. Doch wer darf dabei eigentlich helfen zurzeit? Eine klare Antwort dazu gibt es aktuell nicht.

Ahaus

, 27.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 1. April rückt näher. Für viele ein Stichtag für den Umzug. Von langer Hand geplant, soll der Wohnungswechsel an diesem Tag über die Bühne gehen. Helfer aus dem Freundeskreis oder ein Umzugsunternehmen sind bestellt, die Habseligkeiten sind in Kartons verpackt, eigentlich könnte es losgehen. Dann kam das Coronavirus und durchkreuzte sämtliche Pläne.

? Sind Umzüge im Moment überhaupt erlaubt?

Der Wohnungswechsel ist aktuell nicht verboten. Allerdings gibt es unterschiedliche Aussagen darüber, wer aktuell bei einem Umzug helfen darf oder nicht.

? Was sagt das Land NRW?

Dienstleister dürfen weiterhin Umzüge ausführen. Es gelten natürlich besondere Vorkehrungen zum Schutz vor Infektionen, zum Beispiel häufiges und gründliches Hände waschen, Nieshygiene oder Abstand wahren. Für private Helfer gelten die Einschränkungen für Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen. Ausgenommen davon sind Verwandte in gerader Linie, Ehegatten, Lebenspartner sowie in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen. Mit diesen Personen kann der privat organisierte Umzug auch mit mehr als zwei Personen stattfinden.

? Wären Umzüge aktuell auch mit weiteren privaten Helfern möglich?

Dazu die Aussage aus dem Ahauser Rathaus: „Im privaten Bereich sollte die Zahl der Helferinnen und Helfer begrenzt sein und eine Zusammenarbeit nur in festen Zweierteams erfolgen.“ Auf Nachfrage erklärt Stefan Hilbring von der Ahauser Stadtverwaltung, dass daher auch mehr als zwei Helfer bei einem Umzug erlaubt seien. Als Ansammlung von Menschen würde das nicht gewertet. Er verweist aber deutlich auf die Abstandsregelungen.

? Was rät der Deutsche Mieterbund?

Auch von dort gibt es ein klares „Jein“. „Es ist ja ganz klar eine Frage der Auslegung“, sagt Jutta Pollmann, Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbunds Münster und Umgebung. Sie rät erst einmal dazu, den Umzug nach Möglichkeit zu verschieben. „Wir empfehlen, mit Vermietern und möglichen Nachmietern in Verhandlung zu treten, um eine einvernehmliche Lösung zu finden“, sagt sie. Gehe das trotz allem nicht, sollten die Auftraggeber besser noch einmal mit den örtlichen Behörden Rücksprache halten.

? Was passiert eigentlich, wenn mein Umzug geplant ist, ich aber positiv auf das Coronavirus getestet werde?

Dann kann er abgesagt werden. „Jemandem, der akut am Coronavirus erkrankt ist, kann ein Umzug nicht zugemutet werden“, sagt Jutta Pollmann.

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? Können denn Umzugsunternehmen spontan einspringen, um zu helfen?
Sabrina Hegermann, Geschäftsführerin von Umzüge Klöpper aus Velen, sagt: „Wir hatten auch vor der Corona-Krise schon einen vollen Terminkalender“, sagt sie. Für April könne sie beispielsweise nur noch zwei freie Termine anbieten. Auch sie kann aber keine klaren Regeln nennen, nach denen ein Umzug mit privaten Helfern im Moment gehandhabt wird. „Auch von Kunden habe ich da ganz unterschiedliche Aussagen gehört“, sagt sie. Je nach Stadt werde das unterschiedlich gehandhabt. Auch sie rät dazu, sich bei den örtlichen Behörden zu informieren.

? Einmal abgesehen vom Umzug selbst. Wie läuft aktuell die An- oder Ummeldung im Rathaus. Brauche ich dafür einen Termin?

An- und Ummeldungen sind momentan keine Angelegenheiten, die einen persönlichen Termin im Rathaus erforderlich machen. Die Vordrucke (Formular und Wohnungsgeberbestätigung) stehen online zur Verfügung. Sie können ausgefüllt per Mail oder Post unter Beifügung einer Personalausweiskopie übersandt werden. Die Stadtverwaltung nimmt dann die Um-/Anmeldung vor. Die entsprechende Bescheinigung wird zugesandt und es erfolgt ein Hinweis, dass im Personalausweis die Adresse künftig noch geändert werden muss. Bei Bedarf steht die Verwaltung nach Terminabsprache auch für persönliche Gespräche zur Verfügung.

? Gelten längere Fristen als sonst?

Die An-/Ummeldung selbst kann somit problemlos innerhalb der gesetzlichen Frist von zwei Wochen durchgeführt werden. Die Änderung des Personalausweises kann erfolgen, sobald das Rathaus wieder geöffnet ist.

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