Neue Pächterin: Wird die Gaststätte Klumpen wieder zu „Wessums Wohnzimmer“?

rnWessumer Gaststätte

Schwierige Jahre liegen hinter der Wessumer Traditionskneipe „Klumpen“. Die Hoffnungen ruhen nun auf der neuen Pächterin Nadine Schubert (26). Sie selbst sieht das Ganze als große Chance.

Ahaus

, 15.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor der Tür stehen zwei große, blaue Container des örtlichen Abfallunternehmens. Aus einem von beiden ragt der Schrott bereits heraus. „Mein Vorgänger hat einfach alles stehen lassen und hat sich kurz nach Ostern aus dem Staub gemacht. Bisher sind wir vor allem mit dem Entmüllen beschäftigt“, sagt Nadine Schubert.

Die 27-Jährige ist erst ab dem 14. September offiziell neue Pächterin der Wessumer Traditions-Gaststätte „Klumpen“. Allerdings laufen die Vorbereitungen auf die große Neueröffnung bereits seit Wochen auf Hochtouren. Aktuell werden die Wände gestrichen und die Küche renoviert. Auch am Konzept der Kneipe wird noch der Feinschliff vorgenommen.

Wessums große Hoffnung auf Kontinuität

Nadine Schubert arbeitet seit sieben Jahren in der Gastronomie, betreibt aktuell noch die Gaststätte „Wissing“ in Nienborg. Sie kennt die vielen Fallstricke und weiß deshalb um die Schwierigkeit ihrer neuen Aufgabe: „In den vergangenen Jahren hat es hier viele Pächterwechsel gegeben. Die erste Zeit wird vielleicht nicht immer einfach.“

In den Gesprächen mit den Leuten vor Ort hat sie herausgehört, wie viel Porzellan in der Vergangenheit zerbrochen wurde. „Die Leute müssen erst wieder Vertrauen in den Klumpen zurückgewinnen“, weiß die 27-Jährige.

Statt sich aber mit langen Klagen aufzuhalten, sieht Schubert die Situation aber eher als Chance: „Egal mit wem ich gesprochen habe, alle freuen sich darauf, dass der Klumpen wieder eröffnet.“ Dieser Eindruck wird bestätigt, wenn man sich in Wessum umhört. „Ich hätte mich am liebsten selbst hinter den Tresen gestellt“, sagt ein Mann, der am Dienstagmorgen an der Kneipe vorbeispaziert. „Wenn meine Frau nicht wär“, fügt er mit einem Lachen hinzu.

Stammtische und Dartklubs sollen zurückgewonnen werden

Um bei ihren neuen Gästen direkt zu punkten, wird es nicht nur am 14. September bei der großer Neueröffnung 100 Liter Freibier geben. Auch das Angebot wird erweitert. „Ich habe in den vergangenen Jahren das Kochen gelernt und werde gutbürgerliche Küche auf die Speisekarte setzen“, sagt Nadine Schubert. Neben Schnitzeln und Schweinelendchen wird es auch Burgervariationen geben.

Ihre Hoffnung: Die Stammtische und Klubs zurückzugewinnen, die sich früher so zahlreich am Wochenende im Klumpen getroffen haben. Auch die Fußballfans sollen wieder ins Boot geholt werden. Obwohl der Pay-TV-Sender „Sky“ horrende Summen von Gastronomen verlangt, hat Nadine Schubert sich für das Fußball-Angebot entschieden.

„Natürlich ist Sky gewerblich sehr teuer, aber gerade am Anfang möchte ich alles anbieten, was die Gäste wünschen. Dann muss ich natürlich schauen, wie es sich rechnet“, sagt die 27-Jährige.

Klumpen zunächst nur drei Tage geöffnet

“Mal gucken, wie es läuft“, ist auch ihr Motto bei den Öffnungszeiten. Zunächst wird der Klumpen nur donnerstags, freitags und samstags ab 17 Uhr öffnen, eventuell noch zum Frühschoppen am Sonntagmorgen. Auch hier ist aber nichts in Stein gemeißelt. „Wenn sich die Wessumer wünschen, dass die Kneipe an einem anderen Tag öffnet, lasse ich aber gerne mit mir reden“, so die Klumpen-Pächterin.

Unterstützung erhält sie in Zukunft nicht nur von den vier Aushilfen, die sie aus ihrem aktuellen Betrieb mitnimmt, sondern auch von Johannes Seifer, ihrem Bierverleger und Inhaber der Klumpen-Immobilie. „Ich habe großes Vertrauen in Nadine. Sie hat das nötige Herzblut für die Sache und ihre ganze Familie steht hinter ihr“, so Seifer, der in Gescher einen Getränke-Service besitzt.

Er hat die große Hoffnung, dass „der Klumpen wieder zu Wessums Wohnzimmer wird“. Und damit ist er sicher nicht allein.

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