Wieder Sabotage am neuen Tierheim

Starkstromkabel angebohrt

Offenbar ist der Widerstand gegen den Neubau des Tierheims an der L572 noch nicht verebbt: Was um den Jahreswechsel mit kleineren Diebstählen von der Baustelle begonnen hat, setzt sich nun anscheinend mit ausgewachsenen Sabotage-Aktionen fort: Unbekannte haben ein Starkstromkabel mehrfach angebohrt.

AHAUS

, 13.02.2016, 10:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Kabel sollte in diesen Tagen von Barle aus verlegt werden. Zwischen vergangenem Dienstag und Donnerstag müssen die Unbekannten mit einer Bohrmaschine am Werk gewesen sein: Drei Löcher liegen nah beieinander, ein weiteres noch einmal zehn Meter weiter. Dort steckte noch der abgebrochene Rest der Bohrspitze drin. "Sonst hätten die Arbeiter das gar nicht gesehen", sagt Steggemann.

Steggemann spricht offen von Sabotage

Sie spricht inzwischen offen von Sabotage. 5000 Euro hat das beschädigte Kabel gekostet. Das kann wohl noch einmal geflickt werden. "Wenigstens haben wir den Schaden jetzt bemerkt und nicht erst als das Kabel schon im Boden lag", sagt sie. Schon während der Grundstückssuche für das neue Tierheim hatte sich in den Nachbarschaften der fraglichen Grundstücke massiver Protest geregt. Der war nach dem Ratsbeschluss für das jetzige Grundstück dann abgeebbt.

Seit der Vorweihnachtszeit hatten sich kleinere Diebstähle auf dem Grundstück ereignet: Ein Weihnachtsbaum, große Plakate, selbst Vermessungspflöcke waren plötzlich spurlos verschwunden. "Danach dachte ich eigentlich, dass Ruhe einkehren würde", so Steggemann.

Kameraüberwachung wäre zu teuer

Die zukünftige Tierheimbetreiberin weiß im Moment nicht so recht, was sie machen soll. "Ich kann ja schlecht ständig auf der Baustelle übernachten", sagt sie. Und irgendetwas werde dort immer herumliegen. Eine Kameraüberwachung wäre ein Weg. Doch die ist teuer. "Und unser Haushalt ist ja eng gestrickt", so Steggemann.

Aufgeben will sie aber auf keinen Fall. "Das Tierheim kommt." Da ist sie sich ganz sicher. Unabhängig von der Sabotage-Aktion hat sie begonnen, mit ihrer Familie den Zaun für das zukünftige Tierheim-Areal aufzustellen. "Wir wollen möglichst viel selbst machen, um Geld zu sparen", sagt sie.

Inzwischen hat Julia Steggemann Strafanzeige gestellt. Die Polizei ermittelt. Die Beamten sprechen von einem Sachschaden von rund 2500 Euro.

 

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