„Wir wollen beim Radverkehr richtig in die Puschen kommen“

rnRadverkehr

Radfahren macht nicht überall in Ahaus Spaß. Welchen Stellenwert das Radfahren künftig haben wird, darum soll es in einem Radverkehrskonzept gehen. Das Büro Planersocietät erstellt es.

Ahaus

, 28.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auto, Rad, Bus, Schiene, Fußgänger – Mobilität und Verkehr gibt es in Ahaus zur Genüge. Der Radverkehr nimmt stetig zu und wird laut Verwaltung immer wichtiger. Welcher Stellenwert dem Radfahren künftig in Ahaus eingeräumt wird, darum geht es in einem Radverkehrskonzept.

Ein solches Konzept hatten mehrere Fraktionen beantragt. In der jüngsten Ratssitzung stellte Johannes Pickert vom Dortmunder Büro Planersocietät erste Grundzüge vor.

Jetzt lesen

„Wir wollen beim Radverkehr richtig in die Puschen kommen“, hatte der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner das Thema vorgestellt. Das Büro Planersocietät erstelle gerade Mobilitätskonzepte für Bocholt und Rhede, stellte Hammwöhner die Arbeit des Büros vor.

„Ahaus ist eine Radfahrerstadt“

Johannes Pickert begann seinen Vortrag mit der Feststellung: „Ahaus ist eine Radfahrerstadt.“ Doch nicht nur Ahaus, der gesamte Kreis sei in Sachen Radverkehr gut aufgestellt. „Nur sieben Prozent der Haushalte im Kreis Borken besitzen kein Fahrrad“, erklärte der Raum- und Verkehrsplaner.

Bei der Verkehrsmittelwahl beträgt der Radverkehrsanteil in Ahaus 43 Prozent, im Kreis Borken sind es 29 Prozent, deutschlandweit 11 Prozent.

Jetzt lesen

Um ein Radverkehrskonzept für Ahaus zu erstellen, fängt das Büro Planersocietät mit Grundlagen und der Netzenwicklung an. „Dann folgt die Netzbefahrung mit dem Fahrrad“, berichtete Johannes Pickert. Das Büro erstellt ein Wunschlinien-Netz und nimmt eine Bestandsanalyse vor. „Wir machen Fotos und Videos, messen die Wege, beurteilen die Oberflächen und schauen uns an, wie der Straßenraum aufgeteilt ist.“

Analyse und Maßnahmen

Die erhobenen Daten werden in Analysekarten zusammengefasst. „Was ist gut? Was ist schlecht?“ erläuterte Pickert die Vorgehensweise. Danach geht es mit einer Maßnahmenkonzeption weiter. „Was könnte es kosten? Welchen Abschnitt gehen wir an? Wie lang ist er? Welche Priorität hat er?“

Jetzt lesen

Damit einher geht eine Öffentlichkeitsbeteiligung gehen – allerdings online, wegen Corona. Ein Arbeitskreis soll das Konzept abstimmen. Dem Gremium könnten Vertreter der Verwaltung und von Verbänden angehören. Als Datum für die Vorstellung der Ergebnisse im Rat nannte der Planer das zweite Quartal 2021.

Noch ist das Radverkehrskonzept für Ahaus graue Theorie. Doch Johannes Pickert verfolgt ein Ziel: „Wir schielen über die Grenze.“ Der Radverkehr in den Niederlanden sei nahe an der Perfektion. Es gelte ihn in Ahaus auf ein neues Level zu heben. Dem pflichtete Thomas Hammwöhner bei: „Wir wollen nicht den deutschen Standard. Wir wollen darüber hinausgehen.“

Lesen Sie jetzt