Für Selm hat das Gesundheitsamt am Freitag keinen neuen Fall gemeldet. © picture alliance/dpa
Corona-Teststationen

Wo in Ahaus werden ab nächster Woche noch Coronatests angeboten?

Ab dem 11. Oktober sind Coronatests für Erwachsene nicht mehr kostenlos. Was bedeutet das? Wie und wo kommen die Ahauser noch an das dritte „G“, wenn sie weder geimpft noch genesen sind?

Ab dem 11. Oktober werden Coronatests in den meisten Fällen kostenpflichtig. Wie wirkt sich das auf die Testkapazitäten in Ahaus aus, werden Testzentren schließen?

Bereits weniger Teststellen

Dieser Trend war schon im Zuge steigender Impfquoten und der Einführung der 2G-Regel in bestimmten Bereichen zu beobachten. Die Zahl der Teststellen in Nordrhein-Westfalen ist inzwischen auf 7738 gesunken, wie Birgit Szymczak, Referatsleiterin in der Stabsstelle Pandemiebewältigung beim NRW-Gesundheitsministerium in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte. Es hätten zwar Teststellen aufgegeben, aber NRW habe ein sehr dichtes Testsystem, sagte sie im Gesundheitsausschuss des Landtages.

Nach früheren Ministeriumsangaben gab es Ende Mai noch 9064 Teststellen. Die Zahl der Bürgertestungen pro Tag habe zuletzt zwischen 186.000 und 251.000 betragen. In der Spitze seien es in der Vergangenheit sogar bis zu 800.000 pro Tag gewesen.

Wie und wo testen in den Ferien?

Der Bedarf an Coronatests ist nach wie vor da, insbesondere im Hinblick auf die nahenden Herbstferien, wenn Schultestungen wegfallen. Kinder und Jugendliche gelten dann nicht mehr automatisch als getestet, die Vorlage des Schülerausweises reicht nicht mehr als Testnachweis. Ferienspiele, Kino und Co. sind aber nur mit einem der „3Gs“ zugänglich. Klar, dass sich da die Frage stellt, wie und wo die Ahauser sich noch testen lassen können.

Die gute Nachricht: Wie bereits angekündigt, werden die Tobit.Labs als Betreiber der Chayns-Plattform ihren kostenlosen Service für die Teststationen aufrechterhalten und die komplette Abrechnung übernehmen. „Die Kosten in Höhe von 16,50 Euro inklusive Steuern und Gebühren, die man natürlich ganz einfach online bezahlt, zahlen nur Erwachsene“, hatte Tobias Groten, Gründer und CEO der Tobit-Labs, bereits in der vergangenen Woche versprochen (wir berichteten). Für Menschen unter 18 Jahren ändere sich bis Ende des Jahres erst mal gar nichts. Die Bundesregierung hatte die Gebührenfreiheit für Minderjährige bis mindestens Ende 2021 zwischenzeitlich zugesagt.

Tobit macht am Oldenkottplatz weiter, Drive Thru macht zu

Tobit selbst wird die eigene, sehr zentral in der Innenstadt gelegene PopUp-Teststation Oldenkottplatz, Schlossstraße 1, weiterbetreiben. Der Drive Thru am Schumacherring soll hingegen geschlossen werden. Der Bedarf sei einfach nicht mehr da, so Peter Sommer, zuständig fürs Marketing bei den Tobit.Labs.

Tobit habe alle Teststellen bereits über die neuen Funktionen der Corona.Chayns.de-Plattform informiert, warte aber selbst noch auf Rückmeldung. „Die Betreiber können selbst entscheiden, ob sie die Plattform weiter nutzen können“, betont Sommer.

Bei Tobit sehe man sich auf jeden Fall weiterhin in der Verantwortung, sich in der Pandemiebewältigung zu engagieren. Das Ahauser Unternehmen hatte deutschlandweit die Durchführung und Ausführung von Coronatests über ihre Chayns-Plattform kinderleicht und unkompliziert werden lassen.

„Das war unser Beitrag zur Eindämmung der Pandemie“, so Sommer. Die Software war Nutzern wie Teststellenbetreibern kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Ursprünglich habe man sich auf die kostenlosen Tests konzentrieren wollen, so der Marketing-Fachmann, sehe sich aber nun in der Verantwortung, sich den aktuellen Entwicklungen anzupassen.

Gerade angesichts der „dynamischen Entwicklung“ wolle man „Ruhe“ in die derzeit doch recht aufgeheizte Stimmung legen, so Sommer und für Klarheit sorgen. So sei die Corona.Chayns.de-Plattform stets tagesaktuell und zeige nur die Tests an, die tatsächlich zur gewünschten Zeit verfügbar seien. Vorbei sei die Zeit statischer Listen, die möglicherweise nicht auf dem neuesten Stand seien.

Weiterhin Teststation auch am Krankenhaus – neuer Eingang

Auch beim Klinikum Westmünsterland wird weiter getestet. Das Testangebot am St.-Marien-Krankenhaus Ahaus bleibt über den 11. Oktober hinaus für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, für Schwangere sowie für Personen mit speziellen Immunerkrankungen, für die ein hohes Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes besteht, kostenlos.

Nur der Standort soll geändert werden. So wird die Bürgerteststelle am Krankenhausparkplatz geschlossen und ab dem 11. Oktober am Krankenhaus-Haupteingang getestet. „Auch diejenigen, die nicht in die oben genannten Personengruppen fallen, haben dann die Gelegenheit, einen POC-Schnelltest gegen ein Entgelt von 15 Euro durchführen zu lassen“, sagt Florian Brockhoff, zuständig für Unternehmenskommunikation. Testungen seien dann von Montag bis Freitag von 8 bis 10 Uhr und 16 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bi 12 Uhr möglich.

Aktuell sei die Nachfrage nach Antigen-Schnelltests an der Krankenhaus-Teststation rückläufig, so der Unternehmenssprecher, wobei die meisten Testungen noch an den Wochenenden zu verbuchen seien. „Dies führen wir darauf zurück, dass Freizeitangebote unter 3G-Auflagen wieder vermehrt möglich sind“, vermutet Brockhoff. „Obwohl in den bevorstehenden Herbstferien das Testangebot für Kinder und Jugendliche an Schulen wegfällt, erwarten wir in diesem Zeitraum keinen rasanten Anstieg an Testungen in unserer Schnelltest-Station.“

Grund sei seiner Meinung nach das umfangreiche Impfangebot für junge Menschen und der Umstand, dass viele Schülerinnen und Schüler aus dem Westmünsterland bereits gegen das Coronavirus geimpft seien. „Mit unseren Testkapazitäten sind wir jedoch auch für den Fall gewappnet, dass es wider Erwarten doch zu einer großen Resonanz kommen sollte“, verspricht der Kliniksprecher.

Ärzte und Apotheken testen weiter

Nach vorheriger telefonischer Anmeldung ist unter anderem auch ein Coronatest in den Ahauser Arztpraxen möglich, wie zum Beispiel bei Dr. med. Gerald Storcks zu einem Preis von 15 Euro, die vor Ort zu bezahlen sind, oder in der Praxis Dr. Yilmaz-Neuhaus. Der genaue Ablauf wird auf der Website erklärt, heißt es aus der Praxis.

Weiterhin im Einsatz für die Ahauser ist auch die Gesundpunkt Apotheke. Termine können telefonisch oder noch besser online vereinbart werden. „Die Bezahlung erfolgt vor Ort“, sagt Filialleiterin Sabine Barrmeyer.

Ottenstein

Gute Nachricht auch für die Ottensteiner, denn Betreiber Andre Hörst macht trotz der Brandanschläge auf seine Station weiter. „Wir machen die nächsten zwei Wochen auf jeden Fall noch ganz normal weiter“, so Hörst. Für Erwachsene erfolge die Abrechnung über das Chayns-Portal.

Alstätte

In Alstätte bietet die Praxis von Dr. Heinz Giesen weiterhin die Bürgertestung zu den Praxisöffnungszeiten an. Symptomatische Patienten werden in der Praxis mit POC- oder PCR-Test auf COVID-19 untersucht. Termine können online vereinbart werden (https://muenstercare.eu/produkt/teststelle-alstaette/) – allerdings wegen des Praxisurlaub erst wieder am dem 18. Oktober.

Wüllen

Gleiches wie in Alstätte gilt auch für die Praxis in Wüllen, Grüner Weg 2, die noch bis zum 25. Oktober im Praxisurlaub ist. Patienten müssen sich dort telefonisch für die Infektsprechstunde anmelden. Bürgertests werden am Seitenfenster zur Sprechstundenzeit durchgeführt. Bei positivem Befund wird auch hier direkt eine PCR zu Lasten der Krankenversicherung durchgeführt.

DRK-Teststation wohl geschlossen

Die Teststelle vom Deutschen Roten Kreuz wird voraussichtlich geschlossen. Dies geht aus einer entsprechenden Nachricht auf der DRK-Website hervor. Eine aktuelle Pressemitteilung lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor.

Für die weiteren Testmöglichkeiten in Ahaus sei auf die Corona-Chayns-Plattform verwiesen, wo die tagesaktuellen Tests auch ab Montag angezeigt werden und auf die Internetseite des Kreises Borken mit einer Übersicht.

  • Hinweis: Am Dienstag, 12. Oktober, wurde auf dem Portal Corona.Chayns darüber informiert, dass zukünftig auch Erwachsene, die aus besonderen Gründen kostenlose Tests in Anspruch nehmen dürfen, dieses Portal ab Mittwoch, 13.Oktober, für Terminvereinbarungen nutzen können.