Wüsten: weder öde noch menschenleer

24.02.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Michael Martin hatte sein Motorrad mitgebracht, mit dem er die "Wüsten der Erde" durchquert hat.  Meisel-Kemper</p>

<p>Michael Martin hatte sein Motorrad mitgebracht, mit dem er die "Wüsten der Erde" durchquert hat. Meisel-Kemper</p>

Ahaus Man nehme ein Motorrad, ein Feldbett, Schlafsack, Camping-Kocher - und schon kann der Tripp in die Wüste losgehen. Freundliche Firmen hatten diese Dinge auf der Bühne des Logos als ausreichende Ausrüstung für die Wüste drapiert. Der Münchener Michael Martin, seit 1980 "Botschafter der Wüsten" mit weltweitem Erfolg, überzeugte die rund 180 Besucher im voll besetzten Logo eines Besseren.

50 Länder bereist

Zusammen mit seiner Freundin Elke Wallner hat der Münchener auf dem Motorrad in fünf Jahren Wüsten in 50 Ländern der Erde bereist. Exakt 900 Tage waren sie unterwegs, brachten 480 000 Dias mit, von denen er 1400 in einer dreistündigen Show vorstellte. Beeindruckenden Zahlen folgten fantastische Bilder auf der großen Leinwand.

Ein Fährschiff brachte sie nach Izmir/Türkei. Über Syrien wollten sie nach Saudi Arabien einreisen. Doch: Sie bekamen - weil nicht verheiratet - kein Visum. So mussten sie das Land umgehen, reisten über das Rote Meer in den Jemen. 15 000 Dollar garantierten ihnen Schutz und bewaffnete Begleitung der potentiellen Entführer, erzählte Martin.

Von den Beduinen aus der Heimat Osama bin Ladens ging es in das glitzernde Dubai - Bilder voller Gegensätze. Sie trafen auf deutsche Kamel-Forscher und Meeresbiologen, die im Dienste der Landesherrscher standen. Sie erlebten im Emirat Qatar Kamelrennen mit Kindern aus Pakistan als Jockeys, die zum Vergnügen der Scheichs zu diesem lebensbedrohlichen Rennen gezwungen wurden.

Faszinierende Bewohner

"Wüsten sind nicht öde und menschenleer, sondern von faszinierenden Menschen bewohnt", betonte der Fotograf und Abenteurer. Immer wieder zeigte er sie in den Wüsten im Iran, in Indien, Tibet, China, Australien, Amerika und der Sahara in Afrika. Er erzählte von den Begegnungen mit ihnen, der Gastfreundschaft, der Unbeirrbarkeit, ihre Kultur zu bewahren und zu pflegen.

Oft seien sie an die Grenzen ihrer Kräfte gegangen, denn schließlich wog die Maschine mit Gepäck 500 Kilo, erzählte Martin. In Sandstürmen sei sie immer wieder umgekippt und habe wieder flott gemacht werden müssen. Entschädigt worden seien sie durch zauberhafte Landschaften. Das Publikum profitierte durch berauschend schöne Fotos davon. Es bedankte sich mit langem Applaus. emk

Lesen Sie jetzt