Zahnarzt engagiert sich für Männergesundheit

Dr. Peter Reber

Eigentlich ist er Zahnarzt, aber der Ahauser Dr. Peter Reber engagiert sich intensiv in Sachen Männergesundheit - als neuer Vorsitzender des Gronauer "Vereins für Urologie und Technik" und als Teilnehmer bei der Aktion "Movember". Der Mediziner tut das auch, weil er selbst erfahren hat, wie wichtig die rechtzeitige Vorsorge ist.

AHAUS

, 21.11.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast genau zwei Jahre ist es her, dass bei dem damals frischgebackenen Vater Prostatakrebs entdeckt wurde. Im November. Die Diagnose war ein Schock für Dr. Peter Reber. "Ich hatte keine Probleme, keine Beschwerden, keine Schmerzen", erinnert er sich. Acht Tage später musste er unters Messer.

Reber wurde im Gronauer St.-Antonius-Hospital operiert, im Prostatazentrum Nordwest. Der 54-Jährige hatte Glück: Der Krebs war abgekapselt, hatte nicht gestreut. "Ich brauchte keine Chemo, keine Bestrahlung", erklärt er. "Ich hatte keine Probleme - dank Da Vinci."

Drei Roboter

Da Vinci ist der Roboter, mit dessen Hilfe Chefarzt Dr. Jörn Witt und sein Team derlei Operationen hochpräzise und schonend ausführen können. 2006 installierte die Klinik das "Center for Robotic Medicine", als eine der ersten in Europa. Mit heute mittlerweile drei Da Vincis nimmt es eine Sonderstellung ein.

Reber sah seinerzeit auf dem Klinikflur ein Poster, mit dem für den "Verein für Urologie und Technik" geworben wurde. Ein Schlüsselerlebnis. "Ich sagte mir, du bist zwar Zahnarzt, aber jetzt bist du dem Teufel von der Schippe gesprungen." Reber bot Hilfe an und freundete sich im Verlauf mit seinem Kollegen Witt an. "Da wusste ich zuerst gar nicht, dass er europaweit der beste Chirurg ist."

"Movember"-Aktion

Dann sprach ihn eine von Witts Mitarbeiterinnen auf die "Movember"-Aktion an. Die aus Australien stammende Kampagne hat besonders im Internet Furore gemacht. Die Idee: Männer lassen sich im November Bärte ("Moustaches") wachsen und werben mit ihrem Konterfei um Spenden für die Erforschung und Vorbeugung von Prostatakrebs.

Reber wurde aktiv, schrieb alle Mailadressen an, die er hatte und sammelte Spenden für die Gronauer Movember-Gruppe "Bärte ohne Grenzen". Mit Erfolg: "Letztes Jahr kamen einige Tausend Euro zusammen." Reber strahlt. Dass der vitale Mann dem Tod trotzen musste, ist heute schwer vorstellbar. Selbst für ihn ist es "in der Rückschau ein Wunder", dass es ihm so gut geht. Tatsächlich hat er keine Komplikationen oder Folgen der Krebserkrankung zu beklagen.

Unbegründete Angst

Genau diese Angst ist es, die viele Männer davon abhält, frühzeitig zum Arzt zu gehen. Inkontinenz und Impotenz etwa. Dabei geht es bei den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen um viel mehr. "Es muss nicht immer Krebs sein", sagt Reber. "Es geht mir ums Thema Mann." Das ist und bleibt er - auch für seine Familie.

Darum hat der Ahauser nun den Vorsitz des Gronauer Vereins angenommen. "Der Verein hat die Klinik mit der Anschaffung von Computern, Software und OP-Simulatoren unterstützt", erklärt er. Nun gehe es darum, die Ausbildung von Medizinern in der Roboterchirurgie zu unterstützen und bisher gewonnene Daten aufzuarbeiten.

"Zweites Herz"

"Der Verein möchte dazu beitragen, das Studien- und das Trainingszentrum in Europa zu einem führenden Standort für die Ausbildung neuer Chirurgen zu entwickeln", hat Reber es für einen Flyer formuliert. Und das kommt nicht nur den Männern zugute, wie er weiß. Schließlich war es die Frau eines Leidensgenossen, die eins seiner Lieblingszitate geprägt hat: "Die Prostata ist das zweite Herz des Mannes."

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