Bis vor einigen Monaten konnte man in der Soccerhalle in Rünthe auch etwas ungewöhnliche Fußball-Spielarten wie Bubble Ball spielen. Dann kam Corona. © Niklas Mallitzky
Gewerbestraße

Abpfiff für die Soccerhalle in Rünthe: Corona stoppt die Hallenfußballer

Eigentlich würden sich die Mitarbeiter der Soccerhalle in Rünthe jetzt auf eine neue Herbst- und Wintersaison vorbereiten. Aber an der Gewerbestraße wird nie mehr Fußball gespielt: wegen Corona.

Als im März die Corona-Pandemie nach Deutschland kam, musste auch die Soccerhalle in Rünthe schließen. Und aller Voraussicht nach wird sie nie wieder öffnen. „Der Betrieb lohnt sich unter Corona-Bedingungen einfach nicht“, sagt Torsten Lenz. Er ist Geschäftsführer der Speed Soccer GmbH, die die Halle an der Gewerbestraße betreibt.

Betrieben hat, muss man wohl sagen. Denn da überhaupt noch nicht abzusehen ist, wie sich die Corona-Situation weiter entwickelt, hat Lenz sich entschlossen, den Soccer-Betrieb einzustellen.

Mitarbeiter mussten sich einen neuen Job suchen

Von seinen Mitarbeitern hat er sich bereits getrennt. Seinen Angaben zufolge waren das 450-Euro-Kräfte, die meisten hätten sich schon etwas anderes gesucht. Im Sommer arbeiteten bis zu fünf Leute in der Halle, im Winter, wenn mehr los war, waren es auch schon mal acht. Eigentlich würde die Saison bald wieder richtig losgehen an der Gewerbestraße.

In der Soccerhalle an der Gewerbestraße wird wohl nie wieder Fußball gespielt. © Johannes Brüne © Johannes Brüne

Und theoretisch dürfte Lenz ja auch wieder Fußballer in die Halle lassen. Aber eben nur in beschränkter Zahl. „In guten Zeiten waren auf den vier Plätzen 60 oder 70 Leute gleichzeitig aktiv“, sagt er.

Unter den gegebenen Bedingungen wäre das undenkbar. Auch der Hygiene-Aufwand und das Erfassen der Kontaktdaten ließen sich kaum organisieren – zumindest nicht, wenn die Halle wirtschaftlich arbeiten soll.

Viele Hallen-Kicker kamen aus Hamm

Lenz rechnet auch nicht mit einer baldigen Besserung der Corona-Lage. Die Fallzahlen stiegen ja wieder, auch in der unmittelbaren Nachbarschaft: „Wir haben viele Kunden aus Hamm“, sagt er. Die Webpräsenz der Soccerhalle ist bereits verschwunden, auch Facebook meldet, dass die Seite entfernt wurde.

Die Kosten, die Lenz durch den Leerstand entstehen, dürften überschaubar bleiben. Zumindest muss er sich keine Gedanken über die Miete machen: Die Halle gehört dem Unternehmer, der in Kamen eine Tiefbau- und Abrissfirma betreibt.

Nutzungsänderung angestrebt

Wie es mit seiner Immobilie in Rünthe weitergeht, weiß Lenz allerdings noch nicht. Er will erstmal abwarten, wie es sich die sich Pandemie weiter entwickelt, bevor er konkrete Pläne macht. „Aber wir streben für die Halle eine Nutzungsänderung an“, sagt er. Um überdachten Sport wird es dabei wohl nicht mehr gehen. Sondern eher um eine Lager- oder Fabrikhalle, die ja auch ganz gut in das Gewerbegebiet in Rünthe passen würde.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne