Ein Schattenspiel der besonderen Art hatte sich die aus Oberaden stammende Künstlerin Claudia Winkel ausgedacht, um würdig Abschied von Schacht 2 der Zeche Haus Aden zu nehmen. © Stephanie Tatenhorst
Haus Aden

Mit Video: Abschied vom vom letzten Oberadener Förderturm bewegt auch die Künstlerin

„Glück auf, glück auf“ schallte es durch Oberadens Straßen, viele Oberadener warfen das Schattenspiel von Schacht 2 an Garagentore oder Hauswände. Initiatorin Claudia Winkel ist selbst sehr bewegt.

Nein, nicht alles lief nach Plan. Einiges musste improvisiert werden. An einigen Stellen war der Sänger früher als erwartet da oder die Beleuchtung war noch nicht eingeschaltet. Andernorts warteten die Oberadener im Gartenstuhl sitzend auf dem Bürgersteig, bis die Musik endlich nicht nur zu hören, sondern das Fahrzeug mit Sänger Peter Schedalke auch zu sehen war.

Der frühere Bergmann war in Oberaden unterwegs, um mit dem Steigerlied Abschied vom abgerissenen Förderturm haus Aden 2 zu nehmen und viele Oberadener hatten den Schattenriss des Förderturms an Hauswände und Garagentore geworfen, den die Künstlerin Claudia Winkel entworfen hatte.

„Es war sehr aufregend“, sagt die Künstlerin, die auch Initiatorin war, eine Woche nach der Kunstaktion. Aber es sei auch sehr schön gewesen, all die Reaktionen der Menschen zu sehen. „Die haben gelacht, die haben gewinkt“, schildert sie. Glück auf-Rufe schallten wie zu Hochzeiten des Bergbaus durch Oberaden.

Claudia Winkel dankt allen Oberadenerinnen und Oberadenern, die an der Aktion teilnahmen.

Aktion aus ganz persönlichen Motiven

Zu überhören oder übersehen war sie auch nicht. Die aus Oberaden stammende Künstlerin hatte sich auf besondere Art und Weise vom Förderturm, der ihren Großvater zur Arbeit unter Tage gebracht hatte, verabschieden wollen. Sie hatte ein Foto des Turmes auf Folien drucken lassen und die Schattenrisse an interessierte Oberadener verschenkt. Mithilfe einer Lampe sollte der Schatten des Turmes zahlreiche Häuser zieren.

„Besonders an der Rotherbachstraße war das Interesse groß“, schildert Winkel. „Dort stand der Turm ja auch quasi in den Gärten der Anwohner.“ Doch Claudia Winkel wollte mehr als nur ein Schattenspiel: „Wie sollte man denn in Corona-Zeiten nochmal gemeinsam Glück auf, der Steiger kommt singen können?“

Die Lösung hieß Peter Schedalke. Der sang das Lied aus einem fahrenden Auto heraus – und der Gesang schallte auf und ab durch Oberadens Straßen. Ihm und seiner Mithilfe dankt Claudia Winkel ganz besonders, aber auch Ilka Best-Hader, die die Folien in ihrem Buchladen an den Mann brachte. Immerhin waren mehr als 60 Folien abgeholt und in Position gebracht worden.

„Ich danke allen Oberadenerinnen und Oberadenern“, sagt Claudia Winkel, die die Aktion nicht nur zum Abschied vom Turm auf die Beine gestellt hat, sondern um vielen Generationen, die dort ein- und ausfuhren, für den Wohlstand des Landes sorgten und den Menschen, die dort ihr Leben ließen, zu danken.

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