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An der Oder schlägt die Stunde der Wahrheit

BVB in Frankfurt

DORTMUND Gustl Wilke versucht das Unmögliche: Vor dem Bundesliga-Spiel der BVB-Handballfrauen in Frankfurt/Oder hat sich der Trainer vorgenommen, seiner Mannschaft Lockerheit zu vermitteln. Er möchte, dass der Kader ohne Druck in das vorweggenommene Endspiel um den Klassenerhalt geht.

von Von Dirk Krampe

, 05.11.2009, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
So frei sah BVB-Torfrau Hellen Trodler die gegnerischen Angreiferinnen mehrfach vor sich auftauchen.

So frei sah BVB-Torfrau Hellen Trodler die gegnerischen Angreiferinnen mehrfach vor sich auftauchen.

Genau deshalb würde er den schwarzen Peter gern an die Frankfurterinnen weiterreichen. „In diesem Spiel“, behauptet der Coach, „steht Frankfurt mehr unter Druck als wir.“ Angesichts der personellen Ausstattung des FHC hat er damit gar nicht mal so Unrecht. Neben der bekannt wurfstarken Franziska Mietzner bieten die Frankfurter weitere anerkannte Liga-Größen auf: Susann Schneider, Christine Beier oder Torfrau Mandy Burrekers sind nur drei. Das Rätsel, warum der morgige Gegner der Musik ähnlich krass hinterherläuft wie der BVB, muss Wilke nicht lösen. Er hat genug eigene Probleme. Drei Mal hat er sich die Partie gegen Sindelfingen auf Video angeschaut, einmal gemeinsam mit dem Team. „Ich musste dazu nicht viel sagen“, meint Wilke. „Die Erkenntnis, dass fast alles falsch gelaufen ist, war bei allen da.“

  Da Wilke nicht davon ausgeht, dass der BVB in der Offensive beim Abschluss noch deutlich zulegen kann, hat er das Augenmerk im Training vermehrt auf die Abwehrarbeit gelegt. Der Wunsch, Mietzner aus dem Spiel zu nehmen, eint ihn mit vielen Trainerkollegen, der Weg dahin freilich ist beschwerlich. Geht Dortmund an der Oder hohes Risiko und bekämpft die wurfgewaltige Rückraumschützin offensiv, entstehen in der Abwehr Lücken. Lücken, die gestopft werden müssen. Wilke sagt: „Es ist eine Sache des Kopfes. Ich muss als Spielerin gedanklich in der Lage sein, schnell umzuschalten, wenn es die Situation erfordert.“ Genau daran haperte es zuletzt.