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Borussia Dortmund ist (noch) kein Topfavorit: Thüringen ist einen Schritt weiter

BVB-Handballfrauen

Die ersten beiden Saisonspiele gewonnen, Tabellenplatz zwei hinter Thüringen erobert. Bei den Handballerinnen des BVB läuft‘s. Jetzt geht es zum Top-Favpriten der Liga.

Dortmund

, 16.09.2019, 17:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es dürfte keinem der 1200 Zuschauer am Samstagabend in der Halle Wellinghofen entgangen sein, dass der BVB der Saison 2019/20 nichts mehr mit dem aus dem Vorjahr gemein hat. Trainer André Fuhr hatte wie schon in Oldenburg auf eine Anfangsformation aufs Parkett geschickt, die sich ausschließlich aus Neuzugängen zusammensetzte. Erst später kamen mit Alina Grijseels und Johanna Stockschläder zwei Spielerinnen, die bereits in der Vorsaison für den BVB im Einsatz waren.

BVB-Trainer mit gutem Händchen

Da hatte der Trainer also ein gutes Händchen, das richtige Gespür bei der Zusammenstellung des Kaders. „Nein“, widerspricht Borussen-Coach André Fuhr, „das ist und war nicht meine Leistung. Dafür waren Andreas Heiermann, Andreas Bartels und auch Ex-Trainer Gino Smits zuständig. Ich glaube, da haben sie wirklich gute Arbeit geleistet. Ich persönlich habe keinerlei Anteil daran, weil ich erst später zum BVB gestoßen bin.“

Offene und anerkennende Worte des 48-jährigen Trainers, der im Sommer vom TuS Metzingen zum BVB gewechselt war, die aktuelle Tabellensituation aber nur als Momentaufnahme sieht. Die zwei Siege in Oldenburg und gegen Bensheim hätten nur eine bedingte Aussagekraft, so der Coach.

„Es ist eindeutig zu früh darüber zu sprechen, dass wir ein echtes Spitzenteam sind. Die Siege gegen Oldenburg und Bensheim müssen unser Selbstverständnis sein, wenn man unseren Etat und die Länderspieleinsätze unserer Spielerinnen zugrunde legt. Die großen Gegner kommen ja noch, da müssen wir uns beweisen.“

Am Wochenende wartet Thüringen

Die großen Gegner, von denen Fuhr spricht, sind Leverkusen, Bietigheim, Buxtehude. Und natürlich Thüringen. „Das sind die Gegner im Kampf um die Plätze im europäischen Wettbewerb“, so Fuhr. Bereits am Wochenende steht in Erfurt das erste Aufeinandertreffen gegen einen dieser Großen auf dem Spielplan. Es geht gegen den amtierenden Deutschen Meister Thüringer HC. Anwurf ist am Sonntag um 15 Uhr in der Riethsporthalle in Erfurt.

Was macht denn nun den Unterschied zwischen dem Deutschen Meister und dem Verfolger aus Dortmund? Thüringen habe eine ganz andere qualitative Breite als der BVB. Eine qualitative Breite, die einmalig sei in der Bundesliga, selbst im Vergleich mit Bietigheim, erläuterte Fuhr: „Gerade im Rückraum kann man das mit uns absolut nicht vergleichen.“

Da wäre zum Beispiel Emily Bölk, Deutschlands Vorzeigespielerin im Rückraum links. Als Backup steht mit Mikaela Mässing ein Ausnahmetalent zur Verfügung. Die 25-jährige schwedische Nationalspielerin überzeugt mit einer großen „physischen Substanz“, wie Fuhr beobachtet hat.

Kader überzeugt in der Breite

Im Rückraum rechts agiert die 1,82 m große Alicia Stolle, den Dortmundern bestens aus ihrer BVB-Zeit in den Jahren 2012 bis 2014 bekannt. Hinter Nationalspielerin Stolle steht mit Almudena Rodriguez Rodriguez die Nr. 2 der spanischen Nationalmannschaft zur Verfügung.

Gleiches Bild in der Mitte. Wenn die Tschechin Iveta Koresova, den Fans besser als Iveta Luzumová bekannt, eine Pause benötigt, läuft die Portugiesin Mariana Ferreira Lopes auf. Sie kam vom Absteiger Halle und war dort die Nr. 2 in der Torjägerliste.

Fazit von André Fuhr: „Wenn wir in Thüringen mit acht Toren zurückliegen so wie gegen Bensheim, werden wir das Spiel nicht mehr drehen.“

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