Borussinnen feiern den höchsten Saisonsieg und die mehr als geglückte Generalprobe

Frauenhandball

Die Handballerinnen des BVB sind für das Spitzenspiel am Mittwoch gegen Verfolger Bietigheim gerüstet. Beim Tabellenvorletzten aus Mainz zeigten sie ein perfektes Konterspiel.

Dortmund

, 27.03.2021, 21:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Traf vier Mal: Alina Grijseels.

Traf vier Mal: Alina Grijseels.

Der 1. FSV Mainz ist ein dankbarer Gegner für die Handballerinnen des BVB. Nach dem 38:23-Erfolg im Hinspiel Ende Januar legten die Dortmunderinnen am Samstagabend kräftig nach und beendeten die zweiwöchige Länderspielspielpause mit einem 46:16 (23:9)-Erfolg gegen den harmlosen und bemitleidenswerten Tabellenvorletzten aus Rheinland-Pfalz. Für den BVB war es der höchste Saisonsieg, 30 Tore Differenz sprechen für sich. Die Generalprobe vor der entscheidenden Partie um den Deutschen Meistertitel am Mittwoch gegen den noch einzig verbliebenen Verfolger aus Bietigheim (Mittwoch, 31. März, 19.30 Uhr, Halle Wellinghofen) ist damit eindrucksvoll gelungen.

„Wir haben seriös über 60 Minuten gespielt, dafür muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Und auch wenn es angesichts des Ergebnisses etwas komisch klingt, aber Mainz hat bis zum Ende dagegegehalten“, zeigte sich Borussen-Trainer André Fuhr nach dem Schlusspfiff absolut zufrieden: „Wir haben die Spannung gehalten, trotz unserer Überlegenheit. Diese Aufgabe haben wir gut erfüllt."

Kräfte sammeln, auf das Wesentliche konzentrieren. So verlief die Woche bei den BVB-Frauen, die nach ihren jeweiligen Länderspieleinsätzen am Montag und Dienstag trainingsfrei hatten, am Mittwoch mit der Vorbereitung für das Spiel gegen den Tabellenvorletzten starteten und auf Anhieb wieder ihren Rhythmus fanden. Was nicht selbstverständlich ist.

„Mainz ist eine Pflichtaufgabe“

Immerhin musste der BVB zwölf seiner 17 Spielerinnen für die verschiedenen Nationalmannschaften abstellen. Bis auf die Langzeitverletzte Delaila Amega und Tina Abdulla, die für das Mittwoch-Spiel gegen Bietigheim vorsorglich geschont wurde, stand Trainer André Fuhr am Samstagabend in Mainz der komplette Kader zur Verfügung.

„Mainz ist eine Pflichtaufgabe, die wir lösen müssen, das wissen wir“, hatte Trainer André Fuhr im Vorfeld gesagt. Und seine Schützlinge hatten wohl richtig zugehört. Keine zehn Minuten waren gespielt, das stand es 8:3 für die Schwarzgelben, Kelly Vollebregt und Johanna Stockschläder hatten drei bzw. zwei Konter im Mainzer Tor untergebracht. Florian Bauer, der Coach der Mainzerinnen, sah sich genötigt, die erste Auszeit nehmen, um das Schlimmste zu verhindern.

Es lief rund in Mainz, bis auf die Uhr für die Zeitnahme, die nicht wirklich funktionieren wollte und für eine gewisse Verwirrung sorgte. Ansonsten verlief die Partie in der Mainzer Oberstadt ganz zur Zufriedenheit des BVB, der den Vorteil seiner schnellen Spielerinnen nutzte und seinen Vorsprung kontinuierlich ausbaute. Fünf Minuten vor der Pause führte der BVB mit 19:7. Das Fehlen von Tina Abdulla, mit 85 Treffern zweitwichtigste Torschützin des BVB in dieser Saison, viel in keiner Weise ins Gewicht. Als der Pausenpfiff ertönte, stand es 23:9 für den BVB. Die ersatzgeschwächten Mainzerinnen fanden keine Antwort auf die Schnelle Spielweise des Liga-Primus.

Die Partie war damit längst gelaufen. Der BVB spielte wie der kommende Meister, Mainz wie ein Absteiger, fand überhaupt nicht in Spiel. André Fuhr nutzte die Chance, wechselte durch, verteilte die Spielanteile gleichmäßig und brachte mit Isabell Roch, Rinka Duijndam, und Yara ten Holte auch alle drei Torfrauen. Einen starken Auftriff hatte auch die zuletzt verletzte Alina Grijseels. „Wir haben uns Schwung und Selbstvertrauen für das Mittwoch-Spiel geholt, da erwarte ich ein tolles Spiel“, erklärte Fuhr.

Dass der Spielfluss dennoch erhalten blieb und der BVB seriös sein Spiel durchzog, sprach für die Qualität der Schwarzgelben. In der 40. Minute stand es bereits 30:10. Es war ein Handballspiel wie aus zwei Welten, krasser kann der Leistungsunterschied in einer Liga eigentlich nicht mehr sein. Am Ende hieß es 46:16, der BVB feierte damit seinen höchsten Saisonsieg und wahrscheinlich auch seinen höchsten Sieg in der Vereinsgeschichte. Die Mainzer Spielerinnen waren einfach nur froh, dass die Partie endlich vorbei war.

BVB: Roch, Duijndam, ten Holte; Grijseels (6/4), van Zijl (1), Smits, Dulfer (4), van der Heijden (2), Rode (5), Bleckmann (3), Monti Danielsson (4), Freriks (5), Abdulla, Stockschläder (3) Gutiérrez Bermejo (6), Vollebregt (7).

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