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BVB-Damen wollen mit Wilke verlängern

Hoch im Kurs

DORTMUND Der Vorsitzende lässt sich so wenig wie möglich locken. „Ich habe mit Gustl Wilke ein wunschgemäßes Gespräch geführt“, sagt Andreas Heiermann, und es soll möglichst nüchtern klingen.

von Von Gerd Strohmann

, 09.12.2009, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Temperamentvoll: BVB-Trainer Gustl Wilke (l.) scheint hier seine eigene Bank zu erschrecken.

Temperamentvoll: BVB-Trainer Gustl Wilke (l.) scheint hier seine eigene Bank zu erschrecken.

Und auch der so Gepriesene zeigte trotz so mancher Rückschläge keine Amtsmüdigkeit. Im Gegenteil, wer Gustl Wilke während der Spiele beobachtete, der sah den vielleicht entfesseltsten Gustl Wilke aller Zeiten. Er lebt Handball mit jeder Faser, die Chemie zwischen ihm und den Spielerinnen stimmt. Und so geht der Trend offenbar dahin, dass der 65-Jährige, der vor einem dreiviertel Jahr aus dem Dienst als Sportdozent an der Ruhr-Universität in Bochum ausgeschieden ist, wohl noch ein Jahr dranhängt, egal, ob erste oder zweite Liga. Möglichst natürlich im Oberhaus. Leicht wird es nicht, es wird sogar fürchterlich schwer, die Klasse zu halten. Denn die BVB-Frauen sind mit neun Niederlagen in Serie in die Saison gestartet, bis am 18. November beim 29:25 gegen Celle der erste Sieg gefeiert werden durfte. „Ich hoffe, das ist der Auslöser für eine geile Serie, die wir jetzt starten müssen“, meint Heiermann. Liebend gern würde er die Mannschaft verstärken, doch finanziell sind ihm die Hände gebunden.

  „Im Moment warte ich auf den Weihnachtsmann“, meint der Vorsitzende, aber er hat offenbar noch nicht einmal einen Schatten gesehen. Und so geht er weiter auf Goodwill-Tour, putzt ein paar Klinken bei „netten Sponsoren“ und wünscht sich sehr, dass „wir noch einmal nachlegen können“. Wahrscheinlich ist dies in wirtschaftlich knappen Zeiten aber eben nicht, und so geht Heiermann insgeheim eher davon aus, dass das „Unternehmen Klassenerhalt“ mit dem aktuellen Kader in Angriff genommen werden muss. Bange ist ihm davor aber nicht. „Das Erfolgserlebnis gegen Celle hat doch gezeigt, das es geht.“

Vor allem habe die Mannschaft nach der schlimmen Niederlagenserie erlebt, „wir können es ja doch, das Team kann wieder an sich glauben“. Und nach seiner unverhohlenen Kritik noch vor einem Monat, „hier ist es ein wenig wie auf dem Ponyhof“, spüre er jetzt deutlich, „der Charakter stimmt, und man ist sehr selbstkritisch“. Und so kann der Kampf gegen den Abstieg auch ohne Weihnachtsmann, aber mit Gustl Wilke in die nächste Runde gehen.