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BVB-Frauen kommen nicht aus der Quarantäne - kein Spiel mehr bis Weihnachten

BVB-Handball-Frauen

Die kommenden Spiele der BVB-Handball-Frauen wurden abgesagt, das Bundesliga-Team befindet sich weiterhin in Quarantäne Das Gesundheitsamt hat anders entschieden als im Sommer.

Dortmund

, 16.11.2020, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unfreiwillig gestoppt: Torhüterin Yara ten Holte und die BVB-Handball-Frauen werden vor dem EM-Pause kein Spiel mehr bestreiten.

Unfreiwillig gestoppt: Torhüterin Yara ten Holte und die BVB-Handball-Frauen werden vor dem EM-Pause kein Spiel mehr bestreiten. © Ludewig

Die schwarzgelben Handballfans in Dortmund müssen sich gedulden. Mindestens bis Weihnachten. In den kommenden knapp sechs Wochen werden die BVB-Handball-Frauen kein Pflichtspiel mehr bestreiten. Das hat das Gesundheitsamt Dortmund am Wochenende entschieden. Erst am 27. Dezember streifen Kelly Dulfer und Co. im Auswärtsspiel beim Thüringer HC wieder ihre schwarzgelben Trikots über.

„Unsere Mannschaft muss bis zum 21. November in häuslicher Quarantäne bleiben“, bestätigte Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand, am Montag. Nach dem Doppelspieltag in der Königsklasse im ungarischen Györ am 6. und 8. November waren drei Spielerinnen und ein Physiotherapeut des Gegners positiv auf das Coronavirus getestet worden, das Gesundheitsamt in Dortmund ordnete daraufhin Quarantäne für den gesamten BVB-Tross an, das Ligaspiel gegen den FSV Mainz 05 am 11. November wurde abgesagt.

Aber die BVB-Frauen hatten noch Hoffnung. Am Montag nach dem Ungarn-Wochenende wurde der gesamte Reisetross negativ getestet – genau wie am Freitag darauf. Der BVB hatte darauf gesetzt, dass die Testergebnisse zu einem vorzeitigen Ende der Quarantäne führen würden – und damit das Bundesligaspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe am 18. November und das Champions-League-Spiel gegen Ramnicu Valcea am 22. November hätten stattfinden können. Das Gesundheitsamt hat diese Hoffnungen jetzt zunichtegemacht, beide Partien wurden bereits abgesagt.

„Wir können da auch nicht mehr intervenieren“

„Wir können da als Verein auch nicht mehr intervenieren“, erklärt Bartels. Die Würfel sind also gefallen. „Wir“, so der stellvertretende Abteilungsvorstand, „haben nach der Benachrichtigung noch eine sehr eindeutige E-Mail bekommen.“ Das Gesundheitsamt Dortmund stütze seine Entscheidung auf die Inkubationszeit, die zehn bis 14 Tage betragen kann. Diese Argumentation hat in der Vergangenheit allerdings nicht beim Fußball-Bundesliga-Team der Borussia gegriffen.

Infizierte Spieler werden in Quarantäne geschickt, die Mannschaftskollegen dürfen trotz Kontakt weiter am Spielbetrieb teilnehmen, wie zuletzt bei der Infektion von BVB-Spieler Emre Can. Die unterschiedlichen Entscheidungen, erklärt Andreas Bartels, habe das Gesundheitsamt damit begründet, dass Fußball ein Outdoor, Handball dagegen ein Indoor-Sport auf viel kleinerem Feld mit viel mehr Körperkontakt sei.

Norwegen zieht sich als Gastgeber der EM zurück

Diese Argumente der Stadt galten aber im August offenbar noch nicht. Nach einem Testspiel der BVB-Frauen gegen Metz stellte sich heraus, dass eine gegnerische Spielerin Corona-positiv war. Nach zwei negativen Testreihen durften Borussias Handball-Frauen vorzeitig aus der Quarantäne. Dieses Mal nicht.

So verabschieden sich die BVB-Frauen – ob sie wollen oder nicht – vorzeitig in die EM-Pause. Aber auch zur Europameisterschaft in Norwegen und Dänemark (3. bis 20. Dezember) gibt es Corona-Neuigkeiten.

Nur zweieinhalb Wochen vor Beginn des Turniers hat sich Norwegen als einer der beiden Austragungsorte zurückgezogen. Diesen Entschluss habe man vor dem Hintergrund der Bewertungen der norwegischen Gesundheitsbehörden und den im Land geltenden Corona-Beschränkungen gefasst, teilte der norwegische Handballverband (NHF) am Montag mit. Man arbeite nun daran, dass alle Begegnungen beim Mitveranstalter Dänemark stattfinden könnten. Der dänische Verband (DHF) kündigte an, am Dienstag weitere Informationen zum Ablauf der EM präsentieren zu wollen.

Sollte eine Durchführung des Turniers unter den Umständen nicht möglich sein, sieht Andreas Bartels eine Chance, die Vorweihnachtszeit für Liga-Nachholspiele zu nutzen: „Um den Kalender zu entzerren.“ Sollte die EM aber stattfinden, können die BVB-Handball-Fans viele der Borussinnen immerhin bei ihren Nationalmannschaften verfolgen. Nur eben nicht im schwarzgelben Trikot.

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