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BVB-Frauen nach 13-Tore-Niederlage in Ungarn: „Fahren zufrieden nach Hause“

BVB-Handball-Frauen

Die BVB-Frauen verlieren auch ihr zweites Spiel beim ungarischen Top-Klub Györi. Bei der Niederlage haben die Borussinnen zwar ein paar gute Phasen, Györi spielt aber in einer ganz anderen Liga.

Dortmund

, 08.11.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 3 min
Yara ten Holte zeigte gegen Györi ein paar ordentliche Paraden.

Yara ten Holte zeigte gegen Györi ein paar ordentliche Paraden. © Stummbillig/BVB

Die BVB-Handball-Frauen sind mit leeren Händen zurück nach Dortmund gereist. Auch im zweiten Spiel beim amtierenden Champions-League-Sieger Györi gab es ohne Inger Smits und Kelly Dulfer eine 25:38 (11:19)-Niederlage.

„Wir haben zwei Mal in drei Tagen gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt“, erklärte André Fuhr nach der Partie, „wir wussten, dass es heute nochmal härter als am Freitag wird.“ Unter dem Strich seien es zwei gute Spiele gewesen und das ganze Team habe es genossen, in Györ zu sein. Auch Abteilungschef Andreas Heiermann lobte noch einmal die hochprofessionellen Bedingungen vor Ort. Sportlich stellte Fuhr klar, dass seine Mannschaft von dem Level auf dem Györi spielt, eine Menge an Erfahrung mitnehmen konnte. „Wir fahren zufrieden nach Hause“, so Fuhr.

Zufrieden – und körperlich sicher auch kaputt. Dem um Smits und Dulfer dezimierten Kader war die doppelte Kraftanstrengung des Wochenendes am Sonntagmittag anzumerken: Kelly Vollebregt brachte die Borussen nach einem schönen Diagonalpass von Jennifer Gutiérrez Bermejo von Rechtsaußen 1:0 in Führung – das war es dann aber erstmal mit den schwarzgelben Toren. „Wir waren in den ersten 15 Minuten zu ängstlich“, erklärte Fuhr.

Wie schon bei der 24:34-Niederlage im ersten Spiel am Freitag machte es Schwarzgelb den Gastgeberinnen viel zu einfach. Ohne großen Aufwand zu betreiben zog Györi innerhalb von zehn Minuten auf 8:1 davon, vorne verwarfen die Borussinnen ihre Chancen viel zu leichtfertig, verwandelten zu Beginn des Spiels nur 18 Prozent der Würfe aufs Tor. Sowohl Alina Grijseels als auch Gutiérrez verwarfen ihre Siebenmeter-Chancen. André Fuhr griff zur Auszeit.

André Fuhr: „Das kann hier richtig böse werden“

„Hinten verlieren wir fast jeden Zweikampf, wir müssen vorne besser werfen, sonst kann das hier richtig böse werden“, mahnte der BVB-Trainer. BVB-Torhüterin Yara ten Holte bewahrte ihre Kolleginnen mit einigen guten Paraden vor Schlimmerem, allerdings bat Fuhr seine Schützlinge nach 17 Minuten erneut zur Auszeit und wurde noch deutlicher: „Wir müssen hinten jetzt die Zweikämpfe gewinnen, wir stehen da wie Mädchen“, so der 49-Jährige, der mit seinen Worten nicht ganz Unrecht hatte.

Stine Oftedal und Co. kamen vorne meist unbedrängt zum Wurf, tanzten ihre Gegnerinnen mit einfach Täuschungen aus. Kurz vor der Pause hatten die Borussinnen angeführt von Linkshänderin Jennifer Rodedann aber ein gute Phase: Mit zwei starken Überziehern erzielte Rode die Treffer sechs und sieben für den BVB und legte Grijseels nach einem abgefangenen Pass Tor Nummer neun auf. Durch zwei Paraden von Yara ten Holte kämpften sich die Schwarzgelben auf 9:14 heran (26.). Györi erhöhte das Tempo nach einer Auszeit nochmal und erhöhte bis zum Pausenpfiff auf 19:11.

In Hälfte zwei lief dann kaum mehr etwas zusammen bei den Borussinnen, die sofort nach dem Abpfiff die Rückreise in Richtung Heimat antraten. Durch viele technische Fehler der Dortmunderinnen, die der amtierende Champions-League-Sieger eiskalt ausnutzte, wuchs der Vorsprung von Györi zwischenzeitlich auf 15 Tore an: Nach einem Fehlpass von Dana Bleckmann erzielten die Ungarn im Gegenzug das 34:19 (20.). André Fuhr verzichtete in Hälfte zwei auf eine Auszeit und wechselte sowohl auf dem Feld als auch auf der Torwart-Position durch. Trotz der absolut eindeutigen Überlegenheit von Györi waren einige starke Rückraumtreffer der 19-jährigen Dana Bleckmann ein kleiner Lichtblick auf seiten des BVB. Mit dem Schlusspfiff war Györi auf 38:25 davongezogen.

BVB-Frauen wollen in der Liga ungeschlagen bleiben

Bei sieben absolvierten Spielen stehen die BVB-Frauen mit zwei Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz der Königsklassen-Gruppe B. Schlusslicht Ramnicu Valcea hat neben null Punkten allerdings auch erst vier Spiele hinter sich. Die BVB-Frauen haben zwar keine Punkte mit nach Dortmund gebracht, dafür auf jeden Fall eine Menge Erfahrung. Die muss jetzt allerdings in den anstehenden CL-Spielen endlich dafür genutzt werden, die nächsten Punkte einzufahren.

Im Terminkalender der Dortmunder steht am kommenden Mittwoch erstmal das Liga-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 – ob mit oder ohne mit Kelly Dulfer und Inger Smits, die die Erfahrung in Ungarn wegen einer „disziplinarischen Maßnahme“ verpassten, ist offen.

BVB: Duijndam, Roch, ten Holte; Grijseels (3), Monti Danielsson (1), van Zijl (2), Abdulla (5/3), Stockschläder (3), Gutiérrez Bermejo (2), Freriks, Vollebregt (2), Rode (2), Bleckmann (5)
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